Generic filters
FS Logoi

KRITIS-Dachgesetz beschlossen: Bitkom und ZVEI sehen Verbesserungspotenzial

Nach der Einigung mit dem Bundesrat hat der Bundestag Ende Januar das KRITIS-Dachgesetz, mit dem die europäische CER-Richtlinie in deutsches Recht überführt wird, beschlossen. Ziel des Gesetzes ist es, die physische Resilienz kritischer Infrastrukturen in Deutschland zu stärken. Erstmals werden damit verbindliche sektorenübergreifende Mindeststandards sowie einheitliche Kriterien zur Identifizierung kritischer Anlagen festgelegt. Der Digitalverband Bitkom und der Verband der Elektro- und Digitalindustrie, ZVEI, begrüßen das neue Gesetz, sehen aber einige Details kritisch.

von | 04.02.26

Das KRITIS-Dachgesetz wurde nach der Einigung mit dem Bundesrat am 29. Januar beschlossen.
Foto: Sashkin - stock-adobe.com

Nach der Einigung mit dem Bundesrat hat der Bundestag Ende Januar das KRITIS-Dachgesetz, mit dem die europäische CER-Richtlinie in deutsches Recht überführt wird, beschlossen. Ziel des Gesetzes ist es, die physische Resilienz kritischer Infrastrukturen in Deutschland zu stärken. Erstmals werden damit verbindliche sektorenübergreifende Mindeststandards sowie einheitliche Kriterien zur Identifizierung kritischer Anlagen festgelegt. Der Digitalverband Bitkom und der Verband der Elektro- und Digitalindustrie, ZVEI, begrüßen das neue Gesetz, sehen aber einige Details kritisch.

KRITIS-Dachgesetz: Bitkom und ZVEI kritisieren bürokratischen Aufwand

„Deutschland muss seine kritischen Infrastrukturen besser schützen. Der tagelange Stromausfall in Berlin Anfang Januar hat erneut gezeigt, wie verletzlich Deutschland ist. Das KRITIS-Dachgesetz bildet die rechtliche Grundlage für ein deutlich verbessertes Schutzniveau. Neben den gesetzlichen Vorgaben ist die Politik aber auch gefordert, die Unternehmen bei der Umsetzung konkret zu unterstützen, etwa mit Förderprogrammen“, erklärte Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst:

Mit Blick auf die angespannte Sicherheitslage bleibe laut dem Digitalverband unverständlich, dass ein erheblicher Teil der Bundesverwaltung vom Gesetz ausgenommen sei und die Landesverwaltungen gar nicht erst adressiert würden. Staat und Verwaltungen dürften in diesen für das Gemeinwesen zentralen Bereichen nicht hinter das Schutzniveau privater Anlagen zurückfallen. Zudem hätten Bundestag und Bundesrat kurzfristig vereinbart, dass die Bundesländer zusätzliche Anlagen unterhalb des eigentlichen Schwellenwerts von 500.000 versorgten Personen definieren könnten. Dies führe zu einem föderalen Flickenteppich und hohem bürokratischem Aufwand. Die Bundesländer sollten auf regionale Sonderwege verzichten und so dafür sorgen, dass bundesweit einheitliche Regeln gelten.

Das sieht auch der ZVEI so. Entscheidend sei nun aus Sicht des Verbands, dass die Betreiber kritischer Anlagen zeitnah und in allen Bundesländern nach denselben Kriterien erfasst werden. Es brauche bundesweit einheiltiche Maßstäbe, andernfalls droht ein stark divergierendes Vorgehen der Bundesländer, das die Wirksamkeit des KRITIS‑Dachgesetzes erheblich beeinträchtigen könnte.

Resilienzmaßnahmen der Betreiber müssen auf etablierten Normen aufbauen

Zudem setzt sich der ZVEI dafür ein, dass Resilienzmaßnahmen der Betreiber verpflichtend auf Basis etablierter Normen und Standards entwickelt werden – unter anderem aus den Bereichen Einbruchschutz, Zutrittskontrolle, Videotechnik und Perimeterschutz. Diese bieten eine bewährte Grundlage, um kritische Anlagen realistisch, effizient und nachhaltig zu schützen.

Peter Krapp, Geschäftsführer des ZVEI Fachverbands Sicherheit, erklärt dazu:„ Mit dem KRITIS-Dachgesetz wird ein zentraler Baustein für den Schutz kritischer Infrastrukturen endlich umgesetzt. Für die Betreiber ist jetzt besonders wichtig, klare und verlässliche Vorgaben zu erhalten – und das bundesweit einheitlich. Nur wenn alle Länder dieselben Kriterien anwenden, können Unternehmen ihre Schutzmaßnahmen effizient planen und umsetzen. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Politik und Wirtschaft einen praxisnahen und ganzheitlichen Sicherheitsrahmen zu schaffen.“

Das KRITIS‑Dachgesetz bildet gemeinsam mit dem NIS‑2‑Umsetzungsgesetz, das die digitale Resilienz kritischer Anlagen regelt, den nationalen Rahmen zur Umsetzung der EU‑Richtlinie über die Resilienz kritischer Einrichtungen (CER‑Richtlinie).

Weitere Informationen gibt es unter www.bitkom.org und www.zvei.org.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Jubiläum: VDI feiert 170. Geburtstag
Jubiläum: VDI feiert 170. Geburtstag

Vor 170 Jahren, am 12. Mai 1856, wurde der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Alexisbad gegründet. Seitdem hat sich viel getan: Der VDI ist heute mit 125.000 Mitgliedern die größte Community für Ingenieurinnen und Ingenieure in Deutschland.

mehr lesen
MTP: NAMUR veröffentlicht aktualisierte NE 200 zur Integration
MTP: NAMUR veröffentlicht aktualisierte NE 200 zur Integration

Die neue Auflage der NE 200 „Hybrid BATCH – MTP Integration in bestehende Batch-Systeme“ beschreibt systematisch, wie Process Equipment Assemblies (PEAs) mit MTP-Schnittstelle in klassische ISA-88-konforme Batchsysteme integriert werden können. Das Dokument richtet sich an Anlagenbetreiber, Batchsystem-Hersteller und Systemintegratoren und definiert, welche Engineering- und Laufzeitanforderungen auf Seiten des Batchsystems erfüllt sein müssen, ohne Eingriffe in die PEA selbst.

mehr lesen
VDI/VDE-GMA sucht Fachleute für Digitalisierung und Virtualisierung
VDI/VDE-GMA sucht Fachleute für Digitalisierung und Virtualisierung

Die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik ruft Fachleute zur Mitarbeit im Fachbereich 3 „Digitalisierung und Virtualisierung“ auf. Der Fachbereich befasst sich mit Bausteinen für eine digitalisierte, flexible und ressourcenschonende Produktion. Im Mittelpunkt stehen unter anderem vernetzte Systeme, Datenschnittstellen, sichere Kommunikation, industrielle KI-Anwendungen und die Weiterentwicklung von Richtlinien für die Mess- und Automatisierungstechnik.

mehr lesen
IGR-Erfahrungsaustausch Technik 2026: KI-Einsatz in der Prozessindustrie im Fokus
IGR-Erfahrungsaustausch Technik 2026: KI-Einsatz in der Prozessindustrie im Fokus

Am 30. September und 1. Oktober 2026 findet im Bürgerhaus in Mörfelden/Walldorf der IGR-Erfahrungsaustausch Technik statt. Die Veranstaltung widmet sich der Frage, wie Künstliche Intelligenz von der Pilotphase in die Produktion überführt werden kann. Im Mittelpunkt stehen resiliente Produktionsprozesse, ein gezielter Ressourceneinsatz sowie neue digitale Geschäftsmodelle. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: