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Industrielle Bildverarbeitung: Neue VDI-Richtlinien unterstützen Anwender

Die Richtlinienreihe VDI/VDE/VDMA 2632 „Industrielle Bildverarbeitung“ unterstützt Anbieter und Anwender von Bildverarbeitungssystemen, indem sie strukturierte Vorgehensweisen bei der Beschreibung einer Bildverarbeitungsaufgabe, bei der Spezifikation eines Bildverarbeitungssystems und der Leistungsbewertung vorschlägt. Im August 2020 sind zwei neue Blätter der Richtlinienreihe erschienen.

von | 04.11.20

Bild: VITRONIC

Industrielle Fertigungsprozesse zeichnen sich durch eine fortschreitende Automatisierung und immer höhere Anforderungen an die Fertigungsqualität aus. In vielen Fällen schaffen Bildverarbeitungssysteme die Voraussetzungen zur Produktivitäts- und Qualitätssteigerung und liefern die Datenbasis zur Prozessoptimierung beispielsweise durch Big-Data-Analysen. Die neue Richtlinie VDI/VDE/VDMA 2632 Blatt 3.1 stellt verschiedene statistische Verfahren zur Prüfung der Klassifikationsleistung vor.
Das Ziel ist es, aus einem begrenzten Probenumfang valide Aussagen zur Klassifikationsleistung zu generieren. Die in der Richtlinie vorgestellten Verfahren sind:

  • Abnahmestichprobe
  • Hypothesentext
  • Trennschärfenanalyse
  • sowie die Analyse der Merkmalsverteilungen

Die Richtlinie vergleicht die unterschiedlichen Verfahren in einer tabellarischen Gegenüberstellung und beschreibt Vor- und Nachteile, beziehungsweise die Einschränkungen und Voraussetzungen zur Anwendung der jeweiligen Methoden. Sie unterstützt damit bei der Auswahl eines geeigneten Abnahmeverfahrens für eine gegebene Prüfaufgabe.

Erste Richtlinie der Reihe mit speziellem Anwendungsgebiet

VDI/VDE/VDMA 2632 Blatt 4.1 zur Stabilitätsprüfung von Oberflächeninspektionssystemen in der Flachstahlproduktion ist die erste Richtlinie der Reihe, die sich einem speziellen Anwendungsgebiet der industriellen Bildverarbeitung widmet. Sie beschreibt Konzepte zur kontinuierlichen Leistungsüberwachung von Oberflächeninspektionssystemen. Diese stellt bei der Flachstahlproduktion eine besondere Herausforderung dar, da einige verbreitete Konzepte zur Funktionsprüfung von Bildverarbeitungssystemen nicht oder nur mit erheblichem Aufwand durchführbar sind.
Die Richtlinie stellt die Verwendung von Referenzmustern, die Einschleusung von Simulationen, statistische Verfahren und Mehrfachinspektionen detailliert vor und diskutiert diese mit ihren Vor- und Nachteilen. Die Ergebnisse lassen sich ggf. auch auf andere Inspektionsaufgaben wie die von Aluminium, Papier oder Folien übertragen.
Herausgeber der Richtlinienreihe VDI 2632 ist die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA). Die Richtlinienblätter 3.1 und 4.1 sind im August 2020 als Weißdruck erschienen und ersetzen die jeweiligen Entwürfe von 2019.
Die Richtlinien können zum Preis von 98,72 € bzw. 89,79 € beim Beuth Verlag (Tel.: +49 30 2601-2260) bestellt werden. Onlinebestellungen sind unter www.vdi.de/2632 oder www.beuth.de möglich.
VDI-Mitglieder erhalten 10 % Preisvorteil auf alle VDI-Richtlinien. VDI-Richtlinien können in vielen öffentlichen Auslegestellen kostenfrei eingesehen werden.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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