Automatisierungstechnik benötigt für den Einsatz von industrieller KI, autonomen mobilen Robotern und digitalen Zwillingen konsistente räumliche Informationen. Der offene Ortungsstandard omlox verfolgt laut einer Presseinformation der PROFIBUS & PROFINET International (PI) das Ziel, Standortdaten unterschiedlicher Ortungstechnologien auf einer gemeinsamen Ebene zusammenzuführen und damit eine interoperable Grundlage für zukünftige Physical-AI-Anwendungen bereitzustellen.
Automatisierungstechnik benötigt eine gemeinsame räumliche Sprache
Mit der zunehmenden Digitalisierung industrieller Prozesse steigt die Zahl mobiler, autonomer und vernetzter Systeme in Produktion, Lagerhaltung und Logistik. Damit Menschen, Maschinen, Roboter und KI-Anwendungen sicher zusammenarbeiten können, benötigen sie ein einheitliches Verständnis von Positionen, Bewegungen und räumlichen Zusammenhängen.
Nach Angaben von PI (PROFIBUS & PROFINET International) entwickeln sich Standortdaten dabei von einer operativen Information zu einer grundlegenden Infrastruktur für industrielle KI. Dr. Matthias Jöst, Leiter des omlox-Komitees bei PI, bezeichnet offene und interoperable Standortdaten als räumliche Grundlage für Physical AI – also KI-Systeme, die ihre Umgebung erfassen und situationsabhängig handeln.
Offene Schnittstellen für interoperable Standortdaten
Der herstellerübergreifende Standard omlox stellt eine technologieunabhängige Ebene bereit, auf der Standortdaten unterschiedlicher Ortungstechnologien zusammengeführt werden. Unterstützt werden unter anderem Ultrabreitband (UWB), Bluetooth Low Energy (BLE), WLAN, GNSS, RFID sowie bildbasierte Ortungsverfahren.
Durch diesen Ansatz sollen Unternehmen proprietäre Insellösungen vermeiden und ihre Ortungsinfrastruktur schrittweise weiterentwickeln können. Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit erhalten, Komponenten verschiedener Hersteller zu kombinieren und bestehende Investitionen weiter zu nutzen.
Plugfest demonstriert Interoperabilität im industriellen Einsatz
Die praktische Zusammenarbeit unterschiedlicher Systeme wurde beim omlox-Plugfest im Juni 2026 überprüft. Nach Angaben der Organisatoren testeten 21 Fachleute aus neun Unternehmen insgesamt zwölf omlox-Komponenten. Im Mittelpunkt standen Interoperabilitätstests zwischen UWB-Tags, omlox Core Zones, Complementary Zones, omlox-Hubs sowie industriellen Softwareanwendungen.
Begleitend fand bei SmartFactoryOWL in Lemgo eine Fachkonferenz statt, die gemeinsam vom Fraunhofer IOSB-INA und PI organisiert wurde. Dort wurde gezeigt, wie standardisierte Standortdaten Anwendungen wie Lagerautomatisierung, autonome Robotik, Materialflussoptimierung, Sicherheitsfunktionen und KI-gestützte Betriebsintelligenz unterstützen können.
Bedeutung für die Prozessindustrie
Für Betreiber von Produktions- und Logistikanlagen gewinnt die Interoperabilität von Standortdaten zunehmend an Bedeutung. Offene Standards können dazu beitragen, Ortungssysteme unterschiedlicher Technologien in bestehende Automatisierungslandschaften einzubinden und als Datenbasis für digitale Zwillinge, autonome Systeme und zukünftige KI-Anwendungen zu nutzen.
Fazit
Mit omlox steht ein offener Standard zur Verfügung, der Standortdaten verschiedener Ortungstechnologien vereinheitlicht. Für die Automatisierungstechnik schafft dies die Voraussetzungen, räumliche Informationen herstellerübergreifend bereitzustellen und als Grundlage für zukünftige Physical-AI-Anwendungen zu nutzen.
Über omlox
omlox ist der weltweit erste offene Ortungsstandard für die industrielle Fertigung und Logistik. Der von PI (PROFIBUS & PROFINET International) betreute Standard definiert interoperable Schnittstellen zwischen Ortungstechnologien, Infrastruktur, Softwareplattformen und Unternehmensanwendungen. omlox ermöglich herstellerunabhängige Echtzeit-Ortungslösungen. Dieser bildet damit die räumliche Grundlage für digitale Fabriken, intelligente Lager, vernetzte Lieferketten und die zukünftige Generation von Physical-AI-Anwendungen.
Weitere Informationen gibt es unter www.omlox.com.







