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ERP-Hersteller richtet sein System auf KI-Integration aus

Der ERP-Hersteller Planat will Unternehmen bei der Nutzung von KI nicht auf einzelne Anbieter oder Betriebsmodelle festlegen. Die Strategie „AI Ready“ sieht vor, cloudbasierte und lokal betriebene KI-Technologien in das ERP-System integrieren zu können. Im Fokus stehen mittelständische Unternehmen und die Frage nach Datenhoheit und digitaler Souveränität.

von | 16.09.26

Der Hersteller entwickelt erste KI-gestützte Assistenzfunktionen für sein ERP-System.
Foto: putilov_denis - stock-adobe.com

Der ERP-Hersteller Planat richtet sein System auf eine flexible KI-Integration aus. Unternehmen sollen unterschiedliche KI-Technologien anbinden und zwischen lokaler Infrastruktur, externen Rechenzentren und ergänzenden Cloud-Diensten wählen können. Damit verbindet das Unternehmen seine KI-Strategie mit Fragen der Datenhoheit, digitalen Souveränität und langfristigen technologischen Offenheit.

KI-Integration ohne Festlegung auf einen Anbieter

Unter dem Ansatz „AI Ready“ verfolgt Planat das Ziel, neue KI-Technologien künftig integrieren zu können, ohne Anwender frühzeitig auf einen bestimmten Anbieter oder ein Betriebsmodell festzulegen. Hintergrund ist die schnelle technologische Entwicklung bei Künstlicher Intelligenz. Für Unternehmen kann eine offene Architektur deshalb relevant sein, wenn sich eingesetzte Modelle, Dienste oder Infrastruktur später ändern sollen.

„AI Ready bedeutet für uns, dass neue KI-Technologien zukünftig integrierbar sein sollen, ohne dass sich Anwender frühzeitig auf einen bestimmten Weg festlegen müssen“, erklärt Marco Bux, Principal Product Manager und Head of Development bei Planat. Das Unternehmen betrachtet diese Offenheit zugleich als einen Aspekt des Investitionsschutzes.

Lokale, hybride und cloudbasierte Betriebsmodelle

Die technologische Offenheit soll sich nicht auf die Auswahl von KI-Technologien beschränken. Planat ERP kann nach Angaben des Herstellers auf eigener Infrastruktur oder in einem externen Rechenzentrum betrieben und um cloudbasierte Dienste ergänzt werden. Damit sind auch hybride Szenarien möglich.

Für die industrielle Digitalisierung ist diese Wahlmöglichkeit insbesondere dort relevant, wo sensible Unternehmens- und Produktionsdaten verarbeitet werden. Eine lokale Verarbeitung kann zusätzliche Investitionen in Hardware erfordern, ermöglicht Unternehmen aber eine stärkere Kontrolle darüber, wo Daten gespeichert und verarbeitet werden.

Digitale Souveränität wird Teil der KI-Strategie

Mit dem Einsatz von KI in zentralen Unternehmenssystemen gewinnen Datenschutz, Datensicherheit und digitale Souveränität an Bedeutung. Neben dem Speicherort der Daten stellt sich für Unternehmen die Frage, wie stark sie sich bei kritischen Funktionen von einzelnen Technologieanbietern abhängig machen wollen.

Planat will deshalb sowohl cloudbasierte als auch lokal betreibbare Ansätze sowie europäische KI-Angebote berücksichtigen. Leistungsfähige Large Language Models lassen sich grundsätzlich auch auf eigener Infrastruktur betreiben. Welche Variante geeignet ist, hängt unter anderem von Anforderungen an Leistung, Datenschutz, Infrastruktur und Wirtschaftlichkeit ab.

ERP als Integrationsplattform für KI-Anwendungen

ERP-Systeme bündeln Daten aus zentralen Geschäftsprozessen und können dadurch eine wichtige Schnittstelle für KI-Anwendungen bilden. Planat sieht sein ERP entsprechend als Integrationsplattform: Neben eigenen KI-Funktionen sollen Unternehmen auch Lösungen von Technologiepartnern und eigene Anwendungen anbinden können.

Parallel entwickelt der Hersteller erste KI-gestützte Assistenzfunktionen für sein ERP-System. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf der Unterstützung bei Informationssuche, Auswertung und Wissenszugriff. Weitere konkrete Funktionen oder Einführungstermine nennt das Unternehmen bislang nicht.

Fokus auf mittelständische Industrieunternehmen

Die Strategie richtet sich insbesondere an mittelständische Unternehmen mit etwa 50 bis 500 Beschäftigten und bis zu rund 50 Millionen Euro Jahresumsatz. Für Unternehmen, die ihre IT überwiegend in Deutschland betreiben und keine global verteilte Cloud-Infrastruktur benötigen, können lokale Rechenzentren oder hybride Architekturen eine Alternative zu ausschließlich cloudbasierten KI-Diensten darstellen.

Für die Automatisierung und digitale Transformation ist dabei weniger die Festlegung auf eine einzelne KI-Technologie entscheidend als die langfristige Anschlussfähigkeit der Unternehmenssoftware. Ob der von Planat verfolgte Ansatz diese Flexibilität in der Praxis erreicht, wird sich daran zeigen, welche KI-Systeme und Schnittstellen künftig tatsächlich unterstützt werden.

Fazit

Mit „AI Ready“ positioniert Planat die Integration von KI als Architektur- und Betriebsfrage. Lokale, hybride und cloudbasierte Modelle sollen parallel möglich bleiben. Für mittelständische Anwender kann dieser Ansatz insbesondere dann relevant sein, wenn KI-Funktionen mit Anforderungen an Datenhoheit, bestehende IT-Infrastrukturen und die Vermeidung langfristiger Anbieterabhängigkeiten verbunden werden müssen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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