Die horizontale und vertikale Vernetzung zu Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge ist in der Automatisierung aktuell das meistdiskutierte Thema. Viele Angebote sind umfangreiche IT-Lösungen, die nur mit einem hohen Aufwand umsetzbar sind. Die meisten produzierenden Unternehmen möchten die vertikale Vernetzung allerdings schrittweise einführen, um Erfahrungen zu sammeln und die Wirtschaftlichkeit zu überprüfen.
Intelligente Vernetzung auf Basis von OPC UA
„Anwender suchen mit überschaubarem Aufwand umsetzbare Lösungen, die ihnen helfen, Betriebskosten zu sparen und die Verfügbarkeit ihrer Maschinen zu steigern“, weiß Wolf Gerecke, der bei Aventics das strategische Produktmanagement verantwortet. Hier setzt das sogenannte Smart Pneumatic Grid an, das Boge Kompressoren gemeinsam mit Aventics aufgebaut hat. Die Basis für das smarte pneumatische Netz bildet das herstellerübergreifend akzeptierte Maschine-zu-Maschine-Kommunikationsprotokoll OPC UA. Die intelligente Vernetzung von Drucklufterzeugern und Druckluftverbrauchern eröffnet vielfältige Potenziale zum Überwachen, Steuern und Optimieren der gesamten Systemtopologie.
„Mit dem Wissen über den aktuellen und den anstehenden Luftverbrauch kann die Kompressorleistung bedarfsgerecht geregelt werden, und Anwender senken so ihren Energieverbrauch deutlich“, erklärt Peter Boldt, Head of Research and Development bei Boge.
Bedarfsgerechte Regelung und das Erfassen von Leckagen sind möglich
Das Smart Pneumatic Grid erfasst den Energiebedarf bis auf Einzelverbraucherebene und visualisiert ihn transparent. Mit geringem Aufwand können aus diesen Informationen bedarfsgerechte Regelungen für die Boge Kompressoren abgeleitet werden. Darüber hinaus zeigt das Smart Pneumatic Grid auch einen steigenden Luftverbrauch (Leckage) verbrauchergenau an. „Die Instandhaltung kann dadurch vorausschauend eingreifen, bevor es zu einem Stillstand kommt“, bekräftigt Gerecke.
Das Kommunikationsprotokoll OPC UA setzt sich aktuell als Standard für die horizontale und vertikale Vernetzung in der Automation durch. Es übermittelt unabhängig von der Feldbuskommunikation mit der Steuerung Daten und Zustände von Geräten an weitere Komponenten, andere Maschinen oder übergeordnete Instanzen. Die technologischen Grundlagen für die intelligente Systemvernetzung haben Boge und Aventics innerhalb des von der deutschen Regierung geförderten Spitzenclusters „it’s OWL“ gelegt.
Elektro- und Digitalindustrie: Auftragslage verbessert sich auch im Februar
Mit einem Plus von 1,8 % bei den Auftragseingängen gegenüber dem Vorjahr beschließt die deutsche Elektro- und Digitalindustrie den Februar 2026. Auch der nominale Umsatz der Branche entwickelt sich gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat mit einem Zuwachs von 1,3 % weiter positiv. Jedoch sank die um Preiseffekte bereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Güter in Deutschland um 2,7 % gegenüber dem Februar 2025. Das Geschäftsklima bleibt verhalten optimistisch. Die Effekte des im März begonnenen Iran-Kriegs spiegeln sich in den aktuellen Zahlen noch nicht wider.







