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OI4 – eine Allianz zum Umsetzen von Industrie 4.0

Dr.-Ing. Thomas Tauchnitz, Chefredakteur Industry des atp magazins, stellt die Arbeit der Open Industry 4.0 Alliance (OI4) vor.

von | 02.10.24

Dr.-Ing. Thomas Tauchnitz, Chefredakteur Industry des atp magazins, stellt die Arbeit der Open Industry 4.0 Alliance (OI4) vor.

Haben Sie schon mal etwas von der  Open Industry 4.0 Alliance gehört, im Slang „OI4“ (englisch ausgesprochen)? Hoffentlich schon, aber im atp weekly habe ich diese Vereinigung bisher nicht vorgestellt. Höchste Zeit, das nachzuholen!

Die OI4 versteht sich als Gemeinschaft von Praktikern und Umsetzern. Es geht dabei nicht um die Entwicklung von Standards, sondern um die Umsetzung von Industrie 4.0 Use Cases. Es gibt über 100 Mitglieder, überwiegend Lösungsanbieter für Automation, IT, aber auch für Maschinen. Ihnen verspricht die Mitgliedschaft eine schnellere Markteinführung von Industrie-4.0-Projekten, ein geringeres Risiko von Fehlschlägen und damit letztlich eine höhere Kundenzufriedenheit.

Es haben sich allerdings auch schon erste Endanwender zur Mitgliedschaft entschieden, weil sie ihre Use Cases einbringen und eine schnelle Umsetzung ohne Vendor-Lock-in erreichen können. Die OI4 ist bestens vernetzt, arbeitet bei Manufacturing-X sowie Factory-X mit und hat auch schon Anwendungen von DEXPI (Übertragung von R&I-Schemata) und NAMUR Open Architecture (NOA) im Blick. 

Die Mitglieder der OI4 treffen sich in Arbeitsgruppen, in denen sie Anwendungsfälle entwickeln, erstellen und umsetzen. Um dies zu erreichen, folgt die OI4 einem gemeinsamen Framework, das von den Mitgliedern mitentwickelt und betrieben wird, vom Sensor bis zur Cloud. Dazu wurde die im Bild unten dargestellte „OI4 Architectural Guardrails“ erarbeitet – Guardrails heißt „Leitplanken“.

Diese Guardrails haben vier Ebenen:

  1. Zum Anschluss der Feldgeräte dient die „Open Edge Connectivity-Ebene“, dort sind alle gängigen Kommunikationssysteme verfügbar.
  2. Die „Open Edge Computing-Ebene“ enthält einen Message-Bus, Connectivity-Lösungen nach unten, eine Registry sowie Apps für lokale Edge-Server. Dort werden Daten strukturiert, gespeichert, ausgewertet, visualisiert und überwacht.
  3. Die Edge-Computing-Ebene ist durch Firewalls von der „Open Enterprise-Ebene“ getrennt. Dort laufen zentrale Anwendungen entweder auf Enterprise-Rechnern oder in der Cloud, beispielsweise die Verwaltungsschalen-Server.
  4. Die vierte Ebene ist die „Enterprise Boundary“, dort erfolgt der Austausch über die Unternehmensgrenze hinweg.


Wer genau hinschaut, sieht in der Mitte der zweiten und dritten Ebene das hier grün dargestellte Symbol der Verwaltungsschale (AAS): Wo immer es sinnvoll ist, werden Daten als Verwaltungsschalen oder Teilmodelle verarbeitet.

Wenn Projektinitiativen vorgeschlagen werden, bietet die OI4 ihren Mitgliedern die Mitarbeit an. So können bereits erarbeitete Lösungen eingebracht werden und die Kompetenzen der OI4 zur schnellen Lösung der Use Cases gesammelt werden. Schauen Sie mal auf der Homepage der OI4 vorbei oder noch besser auf der SPS-Messe in Nürnberg (Halle 5, Stand 160), wo viele spannende Use Cases präsentiert werden.

 

Dr.-Ing. Thomas Tauchnitz
Chefredakteur Industry atp magazin
atp@TAUTOMATION.consulting

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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