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Nicht über AAS sprechen, sondern sie nutzen

Dr.-Ing. Thomas Tauchnitz, Chefredakteur Industry des atp magazins, stellt sechs pragmatische Use Cases vor.

von | 30.04.25

In dieser Woche im Weekly: Sechs bodenständige Use Cases für die Verwaltungsschale.
Foto: MangKangMangMee - stock-adobe.com

Dr.-Ing. Thomas Tauchnitz, Chefredakteur Industry des atp magazins, stellt sechs pragmatische Use Cases vor.

Keine Demonstratoren, sondern echte Use Cases

Über die Verwaltungsschale (engl. Asset Administration Shell, AAS) habe ich hier schon oft berichtet, auch auf der Hannover Messe war sie sehr präsent. Kritisch betrachtet wird aber vielleicht schon zu viel über die Technologie und zu wenig über echte Anwendungen, die es durchaus schon gibt, gesprochen.

In dieses Horn stieß auch Roland Dunker von R. STAHL im AUTOMATION Podcast vom 19. April 2025. Er wünscht sich „mehr Bodenständigkeit“Keine Demonstratoren, sondern reale Use Cases, die auch im Brownfield abzubilden sind und nicht erst in vielen Jahren zum Tragen kommen.

Sechs bodenständige Use Cases

Erfreulicherweise stellte er im Podcast sechs Use Cases vor, die dieses Kriterium erfüllen:

  1. Unterstützung von Firmware-Updates
    Wenn der Endkunde über die AAS die Informationen zu der Instanz abonniert und die mit den Geräten gelieferte Verwaltungsschale mit dem Ort der Anwendung (z.B. PLT-Stelle) verbunden hat, kann R. STAHL seriennummerngenau über notwendige Updates informieren. Der Kunde muss dann keine Mails daraufhin prüfen, welche Geräte betroffen sein könnten.
  2. Online-Zugriff auf Daten
    Nicht immer ist ein Zugriff auf die Daten im Internet vorhanden – sei es, weil keine explosionsgeschützten Smartphones vorhanden sind oder keine Funkabdeckung. Deshalb werden die wichtigen Informationen auf die Geräte aufgedruckt. So können benötigte Daten per Funkgerät im Backoffice präzise abgefragt werden.
  3. Retourenanmeldung
    Nervt es Sie auch, wenn Sie Daten in Formulare eintragen müssen, die eigentlich schon bekannt sind? Genau das ist bisher für die Abwicklung von Retouren erforderlich. Über den QR-Code auf dem Gerät kommt man direkt im digitalen Zwilling auf die Schaltfläche für die Retourenanmeldung, und muss dann nur noch den Fehler beschreiben. Der Service kann dann direkt mit der Servicebearbeitung beginnen.
  4. Maintenance Instruction
    Wer in einem Instandhaltungs-Managementsystem die Instandhaltung für ein neues Gerät anlegen will, muss sich die Wartungsanweisungen bisher aus den PDF-Geräteunterlagen oder aus dem Internetauftritt des Herstellers heraussuchen. Erhält er sie mit dem Teilmodell „Maintenance Instruction“, können die benötigten Daten elektronisch übernommen werden.
  5. VDI 2770-konforme Dokumentation
    Die umfangreichen Betriebsanleitungen, die bisher in Papierform oder als PDF-Dokument übergeben wurden, sind nicht immer einfach zu lesen. Wer diese Daten als Teilmodell bekommt, kann nach den in VDI 2770 definierten Metadaten das gesuchte Dokument finden. Sogar in der gewünschten Sprache.
  6. Unterstützung im Produktlebenszyklus
    Sie haben ein altes Gerät und suchen ein Nachfolgeprodukt? Auch dieser Prozess wird durch die VWS viel einfacher: Sie scannen den QR-Code am Gerät und finden in der VWS des Gerätetyps das passende Nachfolgeprodukt. So ist das Nachfolgeprodukt schnell bestellt und bei einem Geräteausfall wird die Downtime der Anlage kürzer.

Fangen Sie JETZT mit der AAS an!

Im Podcast geht es auch noch um viele andere Punkte: Nutzung im Brownfield, Kooperation mit einem Software-Dienstleister, Beratungsangebote. Das ist zu viel für diesen Weekly – hören Sie sich einfach den Podcast an.

Aber einen Tipp von Roland Dunker möchte ich unbedingt noch weitergeben: Fangen Sie JETZT mit der AAS an. Denn wenn die Details des Digitalen Produktpasses (DPP) festgelegt sind, muss er in 18 Monaten für alle im Delegated Act genannten Produkte umgesetzt sein.

Wer dann erst anfängt, seine Stammdaten aufzuräumen und die AAS-Erstellung zu planen, der kommt zu spät: Die Daten sind nicht rechtzeitig in der erforderlichen Qualität aufbereitet, alle erforderlichen Ressourcen für die Umsetzung sind knapp und teuer, der DPP für die Produkte wird nicht rechtzeitig verfügbar sein, die Auslieferung ist ohne DPP nicht mehr möglich und der Marktzugang ist weg.

Dr.-Ing. Thomas Tauchnitz
Chefredakteur Industry atp magazin
atp@TAUTOMATION.consulting

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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