VKU-Umfrage: Ausbau erneuerbarer Energien und Wasserstofftechnologien gefordert

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Autor: Jonas Völker

VKU-Umfrage: Ausbau erneuerbarer Energien und Wasserstofftechnologien gefordert

Für mehr als die Hälfte der Deutschen sollten Bund und Länder im kommenden Jahr ihren Fokus bei der Klimapolitik auf den Ausbau der erneuerbaren Energien legen. Für weniger als jeden zehnten Befragten hat die Digitalisierung der bestehenden Energieversorgung Priorität. Das hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmen Civey im Auftrag des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) ergeben.

Auf die Frage „Wo sollten Bund und Länder im kommenden Jahr beim Thema Klimaschutz ihre Schwerpunkte setzen?“ konnten 10.000 Befragte unter acht Antwortvorgaben bis zu drei auswählen. Mit 50,8 % steht der „Ausbau der erneuerbaren Energien“ auf Platz 1, dicht gefolgt von der „Förderung der Wasserstofftechnologien“ (49,6 %) und der „Bezahlbarkeit der Energiewende“ (41,2 %). Dazu sagt VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing: „Der Bundestag hat der Bundesregierung kurz vor Weihnachten einige Hausaufgaben zur Energiewende für dieses Frühjahr aufgegeben. Dazu gehören eine Erhöhung der Ausbaupfade für die erneuerbaren Energien, die Planungsbeschleunigung bei der Windenergie und die Absenkung der EEG-Umlage. Unsere Umfrage bestätigt: Auch die Bürgerinnen und Bürger erwarten hier von der Bundespolitik zügiges Handeln. Die Bundesregierung muss daher gleich zu Beginn des neuen Jahres die ihr gestellten Aufgaben anpacken.“

Förderung von Wasserstofftechnologien als Zeichen der Innovationsfreudigkeit

Dass die Förderung von Wasserstofftechnologien bei der Umfrage ein hohes Ergebnis erreichte, spiegelt sicher auch die große öffentliche Aufmerksamkeit für die damit verbundenen Technologien in diesem Jahr wider. „Es ist vor allem aber auch ein Zeichen für die Innovationsfreudigkeit der Deutschen. Wir befinden uns bei der Umsetzung vieler Wasserstoffprojekte noch am Anfang. Das Umfrageergebnis bestärkt die kommunale Energiewirtschaft darin, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen,“ so Liebing weiter.

Mehr als jeder dritte Befragte gab außerdem an, dass das „Reduzieren des Müllaufkommens“ ein wichtiger Aspekt der Klimaschutzpolitik sein muss. „Abfallvermeidung und Klimaschutz gehören zusammen. Im Abfallsektor konnten die Emissionen durch die Beendigung der Deponierung zwischen 1990 und 2018 von 38 Millionen Tonnen auf knapp zehn Millionen Tonnen gesenkt werden. Es gibt aber gerade durch Abfallvermeidung weitere erhebliche Potenziale für den Klimaschutz. Dafür braucht es jedoch verpflichtende Vorgaben, etwa für ein ressourcensparendes Design von Produkten, verpflichtende Quoten für den Einsatz recycelter Materialien sowie eine Steigerung von Mehrwegprodukten“, betont Liebing. In einigen Regionen, wie etwa in der Uckermark, in Nordwestmecklenburg oder in Ostprignitz-Ruppin hält mehr als jeder zweite Befragte das Reduzieren des Müllaufkommens für den wichtigsten Aspekt der Klimaschutzpolitik.

Klimafreundliches Heizen und E-Mobilität haben keine Priorität

Die Umfrage zeigt auch, dass eine klimafreundliche Wärmeversorgung (17,9 %) und die Elektromobilität (10,4 %) für die Bürgerinnen und Bürger bei der Klimaschutzpolitik nachrangig ist. Auch die Digitalisierung der Energieversorgung (8,2 %) genießt keine Priorität. Dazu Ingbert Liebing: „Dieses Ergebnis hat uns überrascht. So spielt gerade die Wärmeversorgung eine enorme Rolle für das Erreichen der Klimaziele. Die Stadtwerke arbeiten unter Hochdruck an der Umstellung der Wärmeversorgung auf klimafreundliche Alternativen. Offenbar müssen wir als Branche noch stärker für die Bedeutung dieses Themas sensibilisieren. Das Gleiche gilt für die Elektromobilität. Hier ist bei der Entwicklung der Technologie und beim Ausbau der Ladeinfrastruktur in den letzten Jahren Erhebliches geleistet worden. Wir müssen uns allerdings nicht wundern, dass die Bürgerinnen und Bürger wenig Zutrauen in die Elektromobilität haben, wenn Teile der Automobilwirtschaft diese Erfolge immer wieder kleinreden. Für das neue Jahr wünsche ich mir, dass alle Akteure an einem Strang ziehen und auf dem Fundament des schon Erreichten, die Elektromobilität in Deutschland gemeinsam voranbringen.“

Die Umfrage enthält darüber hinaus weitere regionale und soziodemografische Aspekte. So steht in den alten Bundesländern und in Berlin der Ausbau der erneuerbaren Energien durchgängig auf dem ersten Rang, während die Befragten in Sachsen-Anhalt und Thüringen die „Förderung von Wasserstofftechnologien“ und die Befragten in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen die „Bezahlbarkeit der Energiewende“ am wichtigsten finden.

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