Die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) ruft Fachleute zur Mitarbeit im Fachbereich 3 „Digitalisierung und Virtualisierung“ auf. Der Fachbereich befasst sich mit Bausteinen für eine digitalisierte, flexible und ressourcenschonende Produktion. Im Mittelpunkt stehen unter anderem vernetzte Systeme, Datenschnittstellen, sichere Kommunikation, industrielle KI-Anwendungen und die Weiterentwicklung von Richtlinien für die Mess- und Automatisierungstechnik.
Anfoderungen an Automatisierungssystemes sind im Wandel
Nach Angaben der VDI/VDE-GMA haben Entwicklungen wie Industrie 4.0, Remote-Inbetriebnahmen, Augmented Reality und der zunehmende Einsatz künstlicher Intelligenz die Anforderungen an Automatisierungssysteme verändert. Der Fachbereich will deshalb methodische Grundlagen und praxisnahe Regelwerke für Produkte, Dienstleistungen und Produktionsprozesse mit hohem digitalem Anteil weiterentwickeln. Zu den Kernthemen zählen interdisziplinäre Produktentstehung, hybride Leistungsbündel, funkgestützte Kommunikation, Security, IT-Schnittstellen im Prüfmittelmanagement, Industrie 4.0 sowie Wearables und Smart Textiles.
VDI/VDE-GMA sucht tatkräftige Fachleute
Für eine Mitarbeit werden insbesondere Expertinnen und Experten aus Industrie, Forschung und Anwendung gesucht. Genannt werden folgende Fachausschüsse im Fachbereich 3:
- FA 3.21 „Funkgestützte Kommunikation“: Die rasante Entwicklung neuer Funktechnologien und Funkstandards, die Anforderungen neuer Anwendungen, die integrative Betrachtung der Funkkommunikationssysteme mit leitungsgebundenen industriellen Kommunikationssystemen als Gesamtsystem sowie die Integration der Funksysteme in die IT-Landschaft der Unternehmen werden in Richtlinienreihe VDI/VDE 2185 (www.vdi.de/2185) einfließen.
- FA 3.22 „Security“: Security ist längst kein Nebenjob für die IT-Abteilung mehr, sondern muss zentraler Bestandteil einer jeden Unternehmensinfrastruktur sein, insbesondere auch mit Blick auf die Steuerungssysteme in der industriellen Automatisierung (operational Technology, OT). Das ist nicht nur aufgrund der akuten Bedrohungslage so, sondern oft auch gesetzliche Anforderung. Die Richtlinienreihe VDI/VDE 2182 (www.vdi.de/2182) trägt dieser Entwicklung Rechnung und arbeitet an entsprechenden Umsetzungsempfehlungen für die Praxis.
- FA 3.31 „Interaktion industrieller Daten- und Automatisierungssysteme“: Im Industrie-4.0-Kontext kommen sehr unterschiedliche Domänen zusammen, die bisher kaum gemeinsame Berührungspunkte hatten. Entsprechend ist eine gemeinsame Sprache entscheidend – nicht nur zwischen den interagierenden IT-Komponenten, sondern auch zwischen den Menschen, die zusammen an Lösungen arbeiten. Einer gemeinsamen Begriffswelt fällt damit eine zentrale Rolle zu. Mit VDI/VDE 2190 Blatt 1 (www.vdi.de/2190) nimmt der FA 3.31 die Herausforderung an, diese zu entwickeln. Weitere aktuelle Projekte sind Mapping- und Matching-Mechanismen zwischen Datenmodellen und Steuerungen auf Basis des Capability-Konzepts.
- FA 3.32 „Arbeitswelt Industrie 4.0“: Generative KI beeinflusst unsere tägliche Arbeit. Sei es aktiv durch die Nutzung zur Erzeugung von Texten, Präsentationen, Bildern, Videos oder Programmcode oder fast unbemerkt durch Verwendung altbekannter Tools, die die Hersteller um KI-Funktionalität erweitert haben. Der Fachausschuss 3.32 greift diese Entwicklung auf und wird Hilfestellungen geben, wie die KI-gestützte Wertschöpfung menschengerecht, kompetenzorientiert und verantwortungsvoll ausgestaltet werden kann.
- FA 3.33 „KI-Anwendung in der Produktion“: Die Nutzung von Produktionsdaten zur Steigerung der Wertschöpfung ist das zentrale Thema des Fachausschusses. Mit VDI/VDE 3714 (www.vdi.de/3714) und VDI/VDE 3715 (www.vdi.de/3715) hat der Fachausschuss bereits eine solide Basis dazu geschaffen. Jüngste Durchbrüche bei der Anwendung von künstlicher Intelligenz eröffnen neue Möglichkeiten bei der Zusammenstellung, Aufbereitung und Auswertung von Daten. Der Fachausschuss aktualisiert daher seine Zielsetzung und wird die „Datenbasierte KI-Anwendung in der Produktion“ zu seinem neuen Arbeitsschwerpunkt machen.
- FA 3.35 „Agentensysteme“: Generative KI wird als ein möglicher Schlüssel angesehen, um humanoide Roboter mit Problemlösungskompetenz auszustatten. Wenn diese Roboter außerhalb von geschützten Umgebungen eingesetzt werden und direkt mit Menschen interagieren, sind entsprechend hohe Security-Anforderungen einzuhalten. Eine Arbeitsgruppe im Fachausschuss wird sich damit befassen, wie diese Anforderungen ausformuliert und deren Erfüllung überprüft werden kann. Auch in den Arbeitsgruppen zu „LLM-basierten Agenten“ und „Agenten in der Logistik“ sind weitere Experten, besonders aus der Industrie, herzlich willkommen.
Innerhalb des FA 3.35 werden zudem mehrere Arbeitsgruppen genannt: AG LLM-Agenten, AG Agenten in der Logistik und AG Sicherheit humanoider Roboter. Diese befassen sich unter anderem mit LLM-basierten Agenten, dem Einsatz von Agentensystemen in dynamischen Logistikumgebungen sowie Fragen zur sicheren Inbetriebnahme humanoider Roboter.
Die Mitarbeit soll dazu beitragen, VDI/VDE-Richtlinien und fachliche Arbeitshilfen für die digitale Transformation in der Automatisierungstechnik weiterzuentwickeln. Ansprechpartner beim VDI ist Dr.-Ing. Erik Marquardt.
Dr.-Ing. Erik Marquardt
Telefon: + 49 211 6214-373
E-Mail: marquardt@vdi.de







