Cyber-physische KI-Systeme gewinnen in der Industrie, der automatisierten Mobilität sowie in intelligenten Energie- und Infrastruktursystemen zunehmend an Bedeutung. Mit einem neuen Richtlinienausschuss will der VDI technische Handlungsempfehlungen entwickeln, die den sicheren Einsatz solcher Systeme unterstützen und aktuelle regulatorische Anforderungen in die industrielle Praxis übertragen. Dazu sucht der VDI Fachleute aus Maschinen- und Anlagenbau, Automatisierungstechnik, Mobilität, Softwareentwicklung sowie Data Science.
Cyber-physische KI-Systeme sicher gestalten
Durch die Kombination physischer Komponenten mit Software und lernenden KI-Modellen entstehen hochadaptive Systeme, deren Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit eine zentrale Rolle spielen. Ziel der geplanten Richtlinie ist es, die Sicherheit solcher Gesamtsysteme über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg zu betrachten – von der Entwicklung über den Betrieb bis zur kontinuierlichen Überwachung.
Im Fokus stehen dabei das Zusammenwirken von Hardware, Software, KI-Modellen und Betriebsstrategien sowie deren Einfluss auf die funktionale Sicherheit komplexer technischer Anlagen.
Brücke zwischen Regulierung und Ingenieurpraxis
Mit dem EU AI Act und der neuen EU-Maschinenverordnung entstehen neue Anforderungen an den sicheren Einsatz KI-basierter Systeme. Nach Einschätzung des VDI reichen klassische Sicherheitsnachweise für lernende und probabilistische KI-Komponenten künftig nicht mehr aus. Deshalb sollen Empfehlungen für Validierung, Verifizierung und Risikomanagement entwickelt werden, die den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik berücksichtigen.
Der Richtlinienausschuss verfolgt das Ziel, regulatorische Vorgaben in konkrete technische Handlungsempfehlungen für Unternehmen, Entwickler und Betreiber zu übersetzen.
Schwerpunkte der Richtlinienarbeit
- Ganzheitliche Sicherheitsbetrachtungen KI-basierter cyber-physischer Systeme auf System- und Prozessebene
- Integration aktueller regulatorischer Anforderungen in Entwicklungs- und Betriebsprozesse
- Methoden zur Verifizierung, Validierung und kontinuierlichen Überwachung von KI-Modellen im industriellen Einsatz
- Weiterentwicklung von Risikomanagement, Erklärbarkeit (Explainable AI) und Resilienz
- Einbindung praktischer Erfahrungen aus Implementierung, Zertifizierung und Betrieb intelligenter Systeme
Interdisziplinäre Mitarbeit gesucht
Der VDI sucht Fachleute aus Maschinen- und Anlagenbau, Automatisierungstechnik, Mobilität, Softwareentwicklung sowie Data Science. Ebenso angesprochen sind Expertinnen und Experten aus den Bereichen Funktionale Sicherheit, System Safety Management, Informatik, KI-Forschung und Robotik sowie Vertreter von Behörden, Prüfstellen und Zertifizierungsorganisationen.
Die Richtlinienarbeit erfolgt ehrenamtlich und interdisziplinär. Ziel ist es, ein praxisnahes Regelwerk zu entwickeln, das den Wissenstransfer zwischen Forschung, Industrie und Standardisierung unterstützt.
Kick-off im Oktober 2026
Der Auftakt des Richtlinienausschusses ist für den 22. Oktober 2026 von 14 bis 16 Uhr als Webmeeting geplant. Interessierte können sich unabhängig von einer bisherigen Mitarbeit in der Richtlinienarbeit beteiligen. Ansprechpartnerin ist Dr. Kim-Julia Kass von der VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung.
Wer Interesse an einer Mitarbeit oder Fragen hat kann sich jederzeit per Mail an gpp@vdi.de wenden.
Weitere Informationen gibt es unter www.vdi.de.







