3 Min. Lesezeit

Uni Duisburg-Essen und DFKI bauen gemeinsame Forschung zur KI-Robotik aus

Die Universität Duisburg-Essen und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz richten mit dem AURA Lab einen festen Standort für gemeinsame KI-Robotik-Forschung in Duisburg ein. Im Mittelpunkt stehen menschenzentrierte Robotik, intelligente Biosignalanalyse und Exoskelette für Anwendungen von der Rehabilitation bis zur Raumfahrt.

von | 01.10.26

Ein gemeinsames Forschungsteam von UDE und DFKI vor dem Start einer Parabelflugkampagne. Prof. Dr. Elsa Andrea Kirchner steht als Siebte von links im Bild.
Foto: DFKI

Die Universität Duisburg-Essen (UDE) und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) bauen ihre Zusammenarbeit in der KI-Robotik aus. Mit dem „DFKI Projektbüro AURA Lab Duisburg-Essen“ entsteht auf dem Campus Duisburg ein gemeinsamer Anlaufpunkt für Forschung an assistiven und menschenzentrierten Robotersystemen. Die Leitung übernimmt Prof. Dr. Elsa Andrea Kirchner.

AURA Lab bündelt Forschung zu KI-Robotik und Biosensorik

AURA steht für „Augmentative and User-centered Robotics & AI“. Das Projektbüro soll die seit 2021 bestehende Zusammenarbeit zwischen UDE und DFKI institutionell stärken und zugleich für weitere Forschungsgruppen öffnen. Im Zentrum stehen Ansätze, die künstliche Intelligenz, Robotik und intelligente Biosignalanalyse miteinander verbinden.

Kirchner leitet an der Universität Duisburg-Essen das Fachgebiet Systeme der Medizintechnik und am DFKI Robotics Innovation Center in Bremen das Team Intelligent Healthcare Systems. Damit verbindet das neue Projektbüro Kompetenzen aus Medizintechnik, Robotik und KI-Forschung.

Exoskelette passen Unterstützung an den Menschen an

Ein Schwerpunkt der gemeinsamen Forschung liegt auf Exoskeletten, die ihre Unterstützung an die jeweilige Bewegung und den Bedarf der Nutzer anpassen. In der Rehabilitation können solche Systeme beispielsweise Menschen nach einem Schlaganfall dabei unterstützen, Bewegungsabläufe erneut zu trainieren.

Technisch entscheidend ist dabei die Verbindung von Robotik mit der Auswertung physiologischer Signale. Ziel ist es, den Unterstützungsbedarf eines Menschen zu erfassen und das Verhalten des Exoskeletts entsprechend anzupassen. Damit folgt die Forschung einem menschenzentrierten Ansatz, bei dem das Robotersystem nicht starr arbeitet, sondern auf den Nutzer reagiert.

KI-Robotik für Training unter Schwerelosigkeit

Die Exoskelett-Technologie wird inzwischen auch für Anwendungen in der Raumfahrt untersucht. Im Projekt MikroBeM prüfen UDE und DFKI, ob sich feinmotorische Bewegungen unter Bedingungen der Schwerelosigkeit bereits auf der Erde vorbereiten lassen.

Dazu lernt ein Exoskelett, das Gewicht des Arms individuell auszugleichen und damit Bedingungen der Mikrogravitation nachzubilden. Anschließend testen die Forschenden während Parabelflügen, ob Versuchspersonen vom vorherigen Training profitieren. Im September 2026 absolvierte das Team nach eigenen Angaben bereits seine vierte Kampagne unter Schwerelosigkeit.

Ganzkörper-Exoskelett soll Roboter fernsteuern

Mit dem Projekt ExoAssist verfolgen UDE und DFKI einen weiteren Ansatz. Seit Juli entwickeln die Partner ein Ganzkörper-Exoskelett, mit dem sich entfernte Robotersysteme künftig über die Bewegungen eines Menschen steuern lassen könnten.

Als mögliche Anwendungen nennt das Forschungsteam Arbeiten im Erdorbit oder auf dem Mond. Die menschlichen Bewegungen sollen dabei auf einen entfernten Roboter übertragen werden. Damit verbindet das Projekt Exoskelett-Technik mit Teleoperation und robotischer Assistenz für schwer zugängliche Einsatzorte.

Interdisziplinäre Forschung als Grundlage für autonome Assistenzsysteme

Für die Automatisierungs- und Robotikforschung ist die Verbindung aus KI, Biosensorik und physischer Mensch-Maschine-Interaktion von besonderem Interesse. Assistenzsysteme müssen dafür sowohl menschliche Zustände erfassen als auch ihre eigene mechanische Unterstützung situationsabhängig anpassen.

Mit dem AURA Lab schaffen UDE und DFKI eine organisatorische Struktur, in der solche Fragestellungen disziplinübergreifend bearbeitet werden sollen. Die Anwendungen reichen von medizinischer Rehabilitation über Training für die Raumfahrt bis zur Fernsteuerung robotischer Systeme.

Fazit

Das neue AURA Lab erweitert die bestehende Kooperation von UDE und DFKI um einen festen Forschungsstandort in Duisburg. Inhaltlich bündelt das Projektbüro Arbeiten an menschenzentrierter KI-Robotik, intelligenter Biosensorik und Exoskeletten und verbindet damit medizinische, robotische und raumfahrtbezogene Anwendungen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

HERMES AWARD 2027: Bewerbungphase für Industrieinnovationen gestartet
HERMES AWARD 2027: Bewerbungphase für Industrieinnovationen gestartet

Die Deutsche Messe AG hat die Bewerbungsphase für den HERMES AWARD und den HERMES STARTUP AWARD 2027 eröffnet. Aussteller der HANNOVER MESSE können ihre technologischen Entwicklungen bis zum 5. Februar 2027 einreichen. Im Mittelpunkt der Bewertung stehen Innovationsgrad, industrieller Nutzen, Wirtschaftlichkeit und Marktreife.

mehr lesen
Tarifabschluss Chemie 2026: Höhere Mindestbezüge für Fach- und Führungskräfte
Tarifabschluss Chemie 2026: Höhere Mindestbezüge für Fach- und Führungskräfte

Der VAA und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) haben sich auf höhere tarifliche Mindestjahresbezüge für akademisch qualifizierte Fach- und Führungskräfte verständigt. Nach einer ausgebliebenen Erhöhung im Vorjahr steigen die Mindestbezüge 2026. Darüber hinaus wollen die Tarifpartner ihre Zusammenarbeit bei der Transformation der Chemie- und Pharmaindustrie intensivieren.

mehr lesen
VDI-ChemCar-Wettbewerb 2026: Indonesisches Team holt den Sieg
VDI-ChemCar-Wettbewerb 2026: Indonesisches Team holt den Sieg

Beim 20. VDI-ChemCar-Wettbewerb in Bayreuth hat sich das indonesische Team „Reactics Jayantaka“ knapp gegen vier deutsche Hochschulteams durchgesetzt. Die Studierenden mussten ihre chemisch angetriebenen Modellfahrzeuge möglichst präzise über eine zuvor ausgeloste Distanz steuern. Der Wettbewerb fand am 23. September 2026 im Rahmen der Konferenz „Electrochemistry“ statt.

mehr lesen
NAMUR-Hauptsitzung 2026: Das Programm steht fest
NAMUR-Hauptsitzung 2026: Das Programm steht fest

Die Agenda für die NAMUR-Hauptsitzung am 5. und 6. November 2026 steht. Im Mittelpunkt stehen digitale Geschäftsmodelle, KI in der Prozessindustrie, Cyber Resilience sowie die Weiterentwicklung von Automatisierung und Standards.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatisierung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: