Generic filters
FS Logoi

Process-X: Datenraum-Initiative für die Prozessindustrie gestartet

Gemeinsam haben der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) und die NAMUR den Start von Process-X bekanntgegeben. Die Initiative zielt darauf ab, Lösungen zu entwickeln, die die nachhaltige Nutzung von Datenräumen in der Prozessindustrie vorantreiben. Unabdingbar dafür sind Datenräume, die den sicheren und effizienten Austausch von Informationen zwischen Unternehmen ermöglichen. Die Vision: mehr Transparenz, höhere Effizienz und innovative Geschäftsmodelle entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

von | 16.10.24

Die Initiative Process-X will einen Datenraum für die Prozessindustrie entwickeln.

Gemeinsam haben der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) und die NAMUR den Start von Process-X bekanntgegeben. Die Initiative zielt darauf ab, Lösungen zu entwickeln, die die nachhaltige Nutzung von Datenräumen in der Prozessindustrie vorantreiben. Unabdingbar dafür sind Datenräume, die den sicheren und effizienten Austausch von Informationen zwischen Unternehmen ermöglichen. Die Vision: mehr Transparenz, höhere Effizienz und innovative Geschäftsmodelle entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Process-X: Ein Datenraum für die Prozessindustrie

Process-X ist der Datenraum für die Prozessindustrie. Dabei werden bekannten Mechanismen von anderen Datenräumen anhand von praxisnahen, relevanten Use Cases aufgebaut und getestet, um sicherzustellen, dass die Lösungen zum Bedarf der chemischen Produktion passt. Insgesamt drei erste Use Cases stehen bereits fest, anhand derer der Datenraum für die Prozessindustrie getestet werden soll.

Use Case „Predictive Steam Production“:

  • Einsparung von CO2 durch weniger Dampf, der erst produziert werden muss
  • Einsparung von Energiekosten durch datengesteuerte Vorhersage der Dampfproduktion

Use Case „Waste Heat Marketplace“:

  • CO2-Einsparung durch Abwärme, die von anderen Unternehmen wiederverwendet werden kann und nicht abgekühlt werden muss
  • Erzielen von zusätzlichen Einnahmen durch den Verkauf von Abwärme
  • Erfüllen der kommenden EU-Vorschriften

Use Case „Automated as Built“:

  • Reduzierung der manuellen Dateneingabe durch automatische Aktualisierung der Anlagendaten in verbundene Systeme (CAE, ERP, etc.) und zusätzliche Dienste wie z. B. automatische SIL-Loop-Berechnung oder die Berechnung des Process Carbon Footprint.
  • Weniger ungeplante Abschaltungen aufgrund des tiefen Einblicks in den Anlagenzustand und des automatischen Austauschs von Anlagenfehlerdaten mit dem Hersteller.

Joint Working Group für Process-X

Eigens für Process-X wurde eine Joint Working Group ins Leben gerufen, die sich der Entwicklung eines Datenraums für die Prozessindustrie in Zukunft widmen wird. Die Arbeitsgruppe besteht aus Mitgliedern der folgenden Unternehmen und Organisationen:

  • ABB
  • Bayer
  • Currenta
  • Evonik
  • invite
  • Lanxess
  • LeiKon
  • LTsoft
  • Phoenix Contact
  • Lehrstuhl für Informations- und Automatisierungssysteme für die Prozess- und Werkstofftechnik der RWTH Aachen
  • Interessengemeinschaft Regelwerke Technik e.V. (IGR)
  • Siemens
  • TH Ingolstadt
  • VCI
  • WIKA
  • Yncoris
  • ZVEI

Was genau ist ein Datenraum?

Ein Datenraum (oft auch als Data Space bezeichnet) ist ein digitaler, sicherer Bereich, in dem Unternehmen und Organisationen Daten miteinander austauschen und gemeinsam nutzen können, ohne die Kontrolle über ihre eigenen Daten zu verlieren. In der Regel sind diese Datenräume mit strikten Zugriffsrechten und Regeln versehen, um den Datenschutz und die Datensicherheit zu gewährleisten. Ziel ist es, einen vertrauenswürdigen, interoperablen Rahmen für den Datenaustausch zu schaffen, der eine sichere und kollaborative Nutzung von Daten ermöglicht.

Wesentliche Merkmale eines Datenraums:

  • Datensouveränität: Die Datenbesitzer behalten die Kontrolle über ihre Daten und legen fest, wer wann und wie auf ihre Daten zugreifen kann.
  • Interoperabilität: Datenräume ermöglichen den Austausch von Daten zwischen verschiedenen Systemen und Plattformen auf standardisierte Weise.
  • Vertrauenswürdigkeit: Durch Sicherheitsmechanismen, wie Verschlüsselung und Identitätsmanagement, wird ein hohes Maß an Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet.
  • Anwendungsfälle: Datenräume können für viele Anwendungen genutzt werden, z. B. für das Teilen von Sensordaten, Produktionsinformationen oder für kooperative Geschäftsmodelle, wie etwa in der prediktiven Dampfproduktion.

Weitere Informationen gibt es unter www.namur.net, www.zvei.org oder www.vci.de.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Safety: Neue VDI-Richtlinie reduziert Komplexität
Safety: Neue VDI-Richtlinie reduziert Komplexität

Die Anforderungen an funktionale Sicherheit in der Prozessindustrie gelten als komplex, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Mit der VDI/VDE 2180 Blatt 5 E liegt nun laut VDI ein Ansatz vor, der genau diese Hürde senkt. Die Richtlinie beschreibt ein kompaktes, leicht nachvollziehbares Vorgehen, das Unternehmen bei der Einhaltung von Störfall-, Betriebs- und Anlagenvorschriften unterstützt.

mehr lesen
Chemie und Pharma: VCI meldet alarmierende Jahreszahlen
Chemie und Pharma: VCI meldet alarmierende Jahreszahlen

Deutschlands Industrie hat ein kraftraubendes Jahr hinter sich, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auf seiner Jahresabschlusskonferenz bekanntgab. Auch die Lage von Chemie- und Pharmaunternehmen hat sich weiter verschärft. „Die Industrie funkt SOS. 2025 war für unsere Branche erneut sehr schwierig und der Blick nach vorn wird nicht rosiger“, erklärte VCI-Präsident Markus Steilemann.

mehr lesen
Endress+Hauser: Umfassende Veränderungen im Executive Board
Endress+Hauser: Umfassende Veränderungen im Executive Board

Endress+Hauser hat drei neue Mitglieder in das Executive Board berufen: Dr. Mirko Lehmann, Prof. Dr.-Ing. Katja Windt und Helena Svensson. Mit den anstehenden Ruheständen des Chief Operating Officer (COO) Dr. Andreas Mayr und des Chief Information Officer (CIO) Pieter de Koning im Jahr 2026 ordnet das Unternehmen die Zuständigkeiten seiner Geschäftsführung neu.

mehr lesen
Siegfried Russwurm wird neuer acatech-Präsident
Siegfried Russwurm wird neuer acatech-Präsident

Das acatech-Präsidium hat am 25. November 2025 Siegfried Russwurm einstimmig zum neuen Präsidenten der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften gewählt. Er übernimmt das Amt am 1. April 2026 von Thomas Weber und bildet laut einer Pressemeldung gemeinsam mit der amtierenden Präsidentin Claudia Eckert die neue Doppelspitze.

mehr lesen
„Wir müssen die Prozessautomatisierung weiter strategisch voranbringen“
„Wir müssen die Prozessautomatisierung weiter strategisch voranbringen“

Warum die digitale Transformation der Prozessautomatisierung an Fahrt gewinnt, wo 2026 Wachstum entsteht und welche Rolle Cyber Security, sicherer Datenverkehr und neue Infrastrukturstandards künftig spielen – darüber spricht der wiedergewählte Vorsitzende des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung, Axel Lorenz, im Interview.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03