Generic filters
FS Logoi

Physical AI: Studie sieht Industrie vor dem Übergang zur Skalierung

Industrieunternehmen betrachten physische KI zunehmend als strategische Transformation statt als isoliertes Automatisierungsprojekt. Das geht aus dem „Future-Ready Manufacturing: TCS Physical AI Readiness Report 2026“ hervor, für den Tata Consultancy Services 300 Führungskräfte aus Nordamerika und Europa befragt hat.

von | 04.08.26

Neben technischen Fragestellungen rücken organisatorische Aspekte von Physical AI stärker in den Fokus.
Foto: Alex - stock-adobe.com
Gesicht, bestehend aus Datenpunkten

Physical AI entwickelt sich nach Einschätzung vieler Industrieunternehmen von einer Pilottechnologie zu einem zentralen Baustein der digitalen Transformation. Das zeigt der „Future-Ready Manufacturing: TCS Physical AI Readiness Report 2026“, für den Tata Consultancy Services (TCS) im Frühjahr 2026 insgesamt 300 Führungskräfte aus nordamerikanischen und europäischen Industrieunternehmen befragt hat. Demnach verlagert sich der Fokus von einzelnen Automatisierungsprojekten hin zu umfassenden KI-Ökosystemen für Produktion und Logistik.

Physical AI als langfristige Investition

Die Studie zeigt eine hohe Investitionsbereitschaft. Keines der befragten Unternehmen plant Budgetkürzungen für physische KI, während 26 % ihre Investitionen weiter erhöhen wollen. Statt kurzfristiger Pilotprojekte stehen langfristige Transformationsprogramme mit entsprechend längeren Amortisationszeiträumen im Vordergrund.

Besonders großes Potenzial sehen die Unternehmen in logistischen Anwendungen. 77 % der Befragten erwarten signifikante oder transformative Auswirkungen in der Lagerhaltung. Für Montage und Fertigung liegt dieser Wert bei 75 %, für Transport und Materialfluss bei 72 %.

Mensch und KI im kollaborativen Betrieb

Die Befragung verdeutlicht außerdem, dass Hersteller physische KI vor allem als Unterstützung der Beschäftigten verstehen. 42 % erwarten eine deutliche Entlastung der Belegschaft. Die Technologie soll insbesondere Arbeiten in gefährlichen, komplexen oder monotonen Umgebungen übernehmen und dadurch Sicherheit, Produktivität und Effizienz verbessern.

Gleichzeitig befindet sich die Einführung vielfach noch in einer frühen Phase. Rund 68 % der Unternehmen testen entsprechende Lösungen oder bereiten deren Implementierung vor. Als Voraussetzungen für einen breiten Rollout nennen die Befragten vor allem die Integration bestehender Systeme, den Aufbau einer belastbaren Dateninfrastruktur sowie Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeitende.

Governance bleibt zentrale Herausforderung

Neben technischen Fragestellungen rücken organisatorische Aspekte stärker in den Fokus. So berichten 44 % der Unternehmen von unklaren Verantwortlichkeiten bei Ausfällen physischer KI-Systeme. Weitere 40 % sehen sich auf künftige regulatorische Anforderungen noch nicht ausreichend vorbereitet. Die Studie ordnet Governance daher als einen wesentlichen Erfolgsfaktor für die Skalierung entsprechender Anwendungen ein.

„Physische KI bringt Intelligenz vom Bildschirm direkt in die Werkshalle, wo Maschinen ihre Umgebung wahrnehmen, sich anpassen und in Echtzeit agieren“, erklärt Anupam Singhal, President Manufacturing bei TCS. Unternehmen, die diese Technologie erfolgreich skalieren, könnten die nächste Entwicklungsstufe der industriellen Fertigung maßgeblich prägen.

Kooperation mit Google Cloud soll Skalierung beschleunigen

Der Report steht im Zusammenhang mit der Zusammenarbeit von TCS und Google Cloud. Nach der Eröffnung des TCS Physical AI Gemini Experience Center im März 2026 in Troy (Michigan) sollen Hersteller dort Anwendungsfälle für Arbeitssicherheit, Qualitätskontrolle und Betriebseffizienz entwickeln, testen und bewerten.

Nach Angaben der Partner soll die Zusammenarbeit Industrieunternehmen dabei unterstützen, den Schritt von einzelnen Pilotprojekten zur unternehmensweiten Nutzung physischer KI zu vollziehen. Ergänzend stellt TCS mit dem „Physical AI Blueprint“ ein Framework vor, das KI-gestützte Robotik, Sensorik, Edge Intelligence und Cloud-Orchestrierung zusammenführt. Ziel ist es, Echtzeitdaten für autonome Entscheidungen in industriellen Anwendungen bereitzustellen.

Bedeutung für die Automatisierungstechnik

Für die Automatisierungstechnik unterstreicht die Studie einen Wandel von einzelnen KI-Anwendungen hin zu integrierten Systemarchitekturen. Neben Robotik und KI rücken damit Themen wie Datenintegration, OT-/IT-Kopplung, Governance und Qualifizierung der Beschäftigten stärker in den Mittelpunkt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Skalierbarkeit physischer KI künftig weniger von der Verfügbarkeit einzelner Technologien als von ihrer Einbindung in bestehende industrielle Prozesse abhängen wird.

Weitere Informationen gibt es unter www.tcs.com.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Green Energy Manufacturing: BASF will die Dekarbonisierung unterstützen
Green Energy Manufacturing: BASF will die Dekarbonisierung unterstützen

Mit Green Energy Manufacturing erweitert BASF ihre Sustainability Toolbox für technische Kunststoffe um einen Ansatz zur Reduzierung des Product Carbon Footprint (PCF). Die Lösung ermöglicht den Einsatz CO₂-reduzierter Materialien ohne Änderungen bestehender Fertigungsprozesse und unterstützt Unternehmen bei der Erfüllung regulatorischer Nachhaltigkeitsanforderungen.

mehr lesen
PI-Konferenz 2027: Sichere Daten als Grundlage für Industrial AI
PI-Konferenz 2027: Sichere Daten als Grundlage für Industrial AI

Die PROFIBUS Nutzerorganisation (PNO) veranstaltet am 24. und 25. Februar 2027 die 10. PI-Konferenz in Frankfurt am Main. Im Mittelpunkt stehen sichere und interoperable Datenstrukturen als Voraussetzung für den Einsatz von Industrial AI sowie aktuelle Entwicklungen der PI-Technologien in der industriellen Kommunikation.

mehr lesen
AI Act: Neue Transparenzpflichten für KI-Systeme werden verbindlich
AI Act: Neue Transparenzpflichten für KI-Systeme werden verbindlich

Mit dem nächsten Umsetzungsschritt des europäischen AI Acts gelten ab Sonntag weitere verbindliche Transparenzanforderungen für den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Betroffen sind unter anderem KI-Chatbots, generative KI, Deepfakes und Systeme zur Emotionserkennung. Branchenvertreter sehen jedoch weiterhin erhebliche Rechtsunsicherheiten.

mehr lesen
Digitaler Produktpass: Impulse für die vernetzte Industrie
Digitaler Produktpass: Impulse für die vernetzte Industrie

Der Digitale Produktpass und industrielle Datenräume gewinnen für die vernetzte Industrie zunehmend an Bedeutung. Gemeinsam mit der IHK Heilbronn-Franken und dem VDMA zeigte die GEMÜ Gruppe im Rahmen einer Fachveranstaltung in Kupferzell anhand konkreter Praxisbeispiele, wie Unternehmen den Einstieg in den unternehmensübergreifenden Datenaustausch gestalten können.

mehr lesen
Plattform Industrie 4.0 richtet Fokus auf industrielle KI
Plattform Industrie 4.0 richtet Fokus auf industrielle KI

Bundesregierung, Industrie, Verbände und Forschung haben die Plattform Industrie 4.0 neu aufgestellt. Ziel ist es, industrielle KI bis 2030 als Wettbewerbsfaktor in der deutschen Industrie zu etablieren und den Transfer in die industrielle Praxis zu beschleunigen.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03