Der Digitalverband Bitkom hat ein Whitepaper zu „Physical AI“ veröffentlicht. Der Report beschreibt, wie Künstliche Intelligenz zunehmend mit Sensorik, Robotik, physikbasierten Modellen und industriellen Prozessen verbunden wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie KI-Systeme nicht nur digitale Informationen verarbeiten, sondern auch in der physischen Welt wahrnehmen, entscheiden und handeln können. Das Papier steht zum kostenfreien Download bereit.
Physical AI: Zusammenspiel von Hardware, Sensorik, Software und KI-Modellen
Physical AI wird in der Publikation als Systemansatz beschrieben. Wert entstehe demnach erst im Zusammenspiel von Hardware, Sensorik, KI-Modellen, Software-Stacks, Datenflüssen und sicheren Betriebsprozessen. Damit unterscheidet sich Physical AI von rein generativer KI, da räumliche Zusammenhänge und physikalische Gesetzmäßigkeiten realer Umgebungen berücksichtigt werden.
Für Automatisierung und Digitalisierung ist der Ansatz besonders relevant, weil klassische Automatisierung laut Whitepaper häufig auf stabile Umgebungen und spezialisierte Abläufe angewiesen ist. Physical AI erweitert diese Systeme um Lern-, Planungs- und Entscheidungsfähigkeiten. Dadurch können Systeme beispielsweise Objekte unter wechselnden Bedingungen erkennen, Greifstrategien anpassen, Routen neu planen oder Aufgaben in Teilhandlungen zerlegen.
Report stellt verschiedene KI-Anwendungen vor
Der Report verweist auf Anwendungsfelder in mehreren Branchen, darunter Industrie, Fertigung, Logistik, Mobilität, Energie, Gesundheitswesen, Landwirtschaft und Bau. Genannt werden unter anderem flexible Automatisierung in der Produktion, autonome mobile Roboter in der Logistik, KI-gestützte Instandhaltung in der Energiewirtschaft sowie Assistenz- und Transportrobotik im Pflegekontext.
Anhand konkreter Praxisbeispiele zeigt der Bitkom, dass Physical AI bereits in Produktion und Pilotierung eingesetzt wird. Beispiele reichen von einer KI-gestützten Patientenpositionierung im CT über zustandsbasierte Wartungsprognosen für Rotorblätter in Offshore-Windparks bis hin zu humanoider Robotik für Werftprozesse und Physical-AI-Infrastrukturen für industrielle Umgebungen.
Im Fazit ordnet Bitkom Physical AI als Weiterentwicklung von KI ein: Sie wirke direkt in realen Prozessen und könne Verbesserungen bei Effizienz, Sicherheit, Qualität und der Entlastung von Fachkräften ermöglichen. Für eine breite Einführung nennt der Report robuste Daten- und Recheninfrastrukturen, klare Governance-Modelle, passende regulatorische Rahmenbedingungen sowie Skalierung, Standardisierung und Integration in bestehende Wertschöpfungsprozesse als zentrale Voraussetzungen.
Der Report steht zum kostenfreien Download zur Verfügung:
Weitere Informationen gibt es unter www.bitkom.org.







