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OpenGPT-X: ein KI-Sprachmodell für Europa

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Autor: Jonas Völker

OpenGPT-X: ein KI-Sprachmodell für Europa
Damit europäische Firmen das Innovationspotenzial nutzen und gleichzeitig digital unabhängig bleiben können, entsteht jetzt mit OpenGPT-X ein großes KI-Sprachmodell für Europa. Foto: NicoElNino – stock.adobe.com

Eine Vielfalt an Sprachen, hohe ethische Werte und strikte Regularien z. B. beim Datenschutz – Angebote aus Amerika und Asien werden den Anforderungen des europäischen Marktes häufig nicht gerecht. Dennoch dominieren sie vor allem den digitalen Markt – das gilt auch für Sprachtechnologien basierend auf Künstlicher Intelligenz (KI). Damit europäische Firmen das Innovationspotenzial nutzen und gleichzeitig digital unabhängig bleiben können, entsteht jetzt mit OpenGPT-X ein großes KI-Sprachmodell für Europa.

Europaweit verfügbare Sprachanwendungen über GAIA-X

Unter der Leitung der Fraunhofer-Institute für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und für Integrierte Schaltungen IIS entwickelt ein Konsortium aus zehn Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medienbranche die neue Sprach-KI. Mit OpenGPT-X entstehen intelligente Sprachanwendungen, die Unternehmen europaweit über die dezentrale Cloudlösung GAIA-X zur Verfügung stehen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) fördert das Projekt mit rund 15 Mio. Euro.

Sprachtechnologien in Form von Sprachassistenten oder Chatbots unterstützen bereits heute viele Menschen und Unternehmen dabei, ihren Alltag effizienter zu gestalten. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) ist die maschinelle Verarbeitung natürlicher Sprache mittlerweile auf einem sehr hohen Niveau. Sogenannte große KI-Sprachmodelle aus Amerika und Asien entwickeln sich schnell und können bereits qualitativ anspruchsvolle Aufgaben wie die Erstellung von Computer-Programmen und Zeitungsberichten oder Kundendialoge automatisiert durchführen. Um die Innovationsmöglichkeiten für den europäischen Markt und insbesondere kleine- und mittelständische Unternehmen zu erschließen, entsteht im Forschungsprojekt OpenGPT-X ein vergleichbar großes und damit leistungsfähiges KI-Sprachmodell für Europa.

“Für Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft ist das disruptive Potenzial von KI-Sprachtechnologien enorm, das hat die internationale Konkurrenz bereits erkannt. Ein europäisches KI-Sprachmodell wie OpenGPT-X ist daher zwingend notwendig, um die digitale Souveränität und marktwirtschaftliche Unabhängigkeit in Europa zu gewährleiste”«, sagt Dr. Nicolas Flores-Herr, Leiter des Projekts am Fraunhofer IAIS.

Fraunhofer-Institute Konsortialleitung des Projekts

Als zwei der führenden Forschungseinrichtungen in Europa in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Big Data, informationstechnische Dienstleistungen sowie Audio- und Sprachsignalverarbeitung haben die Fraunhofer-Institute IAIS und IIS die Konsortialleitung des Projekts OpenGPT-X übernommen. Ihre Kompetenzen in der Entwicklung von Sprachtechnologien verknüpfen die Institute bereits im gemeinsamen SPEAKER-Projekt, in dem sie eine datenschutzkonforme Sprachassistenzplattform für konkrete Anwendungsfälle in Unternehmen schaffen. Von dem Sprachmodell OpenGPT-X versprechen sich die Institute einen weiteren Entwicklungsschub im Bereich der Sprachtechnologien und damit große Chancen für Unternehmen.

“Fast überall dort, wo Sprache genutzt wird, z. B. im Gespräch, per Text oder in audiovisuellen Medien, können KI-gestützte Sprachtechnologien unsere Kommunikation beeinflussen und damit kann sich in Zukunft auch der Kontakt zu Partnern, Mitarbeitenden und Kunden verbessern”, sagt Prof. Dr.-Ing. Bernhard Grill, Institutsleiter des Fraunhofer IIS.

Nächste Generation von KI-Sprachmodellen

Mit der neuen Sprach-KI für GAIA-X sollen durch Anwendungspartner intelligente Sprachanwendungen entstehen, sogenannte Sprachapplikations-Services, die bestehende Lösungen deutlich verbessern können und Unternehmen auch Raum für neue Produkte und Geschäftsmodelle bieten. So können z. B. Dialogsysteme um die Auswertung von Meinungen und Stimmungen erweitert oder auch Dokumente mit Fachvokabular effizient ausgewertet oder auch automatisiert erstellt werden. “Mit OpenGPT-X schaffen wir die nächste, noch leistungsfähigere Generation von KI-Sprachmodellen – schnell und günstig anpassbar an besondere Bedürfnisse durch die Integration von Spezialvokabularen oder weiteren Informationsquellen im Unternehmen. Dies ermöglicht hochwertige und wirtschaftliche individuelle Lösungen, auch für kleinere Unternehmen”, sagt Prof. Dr. Stefan Wrobel, Institutsleiter des Fraunhofer IAIS.

Neben der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit soll OpenGPT-X als EU-Projekt auch die Datensouveränität hiesiger Unternehmen und den Datenschutz ihrer Kunden wahren. Eine Herausforderung, denn wie alle KI-Anwendungen basieren Sprachmodelle auf der Verarbeitung großer Datenmengen, die je nach Kontext auch Unternehmens- und Kundendaten enthalten können. Damit derlei sensible Daten nicht außerhalb von Europa verarbeitet werden, werden die OpenGPT-X-Sprachanwendungen über die dezentrale Cloudlösung GAIA-X zur Verfügung gestellt, die derzeit nach europäischen Werten und Sicherheitsstandards entsteht. Die neue Sprach-KI soll künftig in drei GAIA-X-Domänen bereitgestellt werden, in Mobilität, Finanzwirtschaft und Medien.

Aufgrund der hohen technischen Anforderungen wie z. B. die Rechenleistung, lassen sich derart leistungsstarke Sprachmodelle bisher nur von Großunternehmen oder Konsortien umsetzen. Für die Entwicklung von OpenGPT-X kombinieren insgesamt zehn Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und der Medienbranche ihre Kompetenzen in der KI-Forschung, der Bereitstellung technisch leistungsstarker Ressourcen und der KI-Anwendung, darunter u. a. das Forschungszentrum Jülich, die Technische Universität Dresden und der Westdeutsche Rundfunk Köln.

Weitere Informationen gibt es unter www.iais.fraunhofer.de.

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