Traditionell vergab die NAMUR auch auf der Hauptsitzung 2025 die NAMUR-Awards für besonders wegweisende Abschlussarbeiten. In diesem Jahr zeichnete die Interessengemeinschaft Artan Markaj für seine Dissertation an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg sowie Tobias Schmid für seine Master Thesis am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) aus.
NAMUR-Award 2025: Es geht nicht nur um Innovation, sondern um Integration
Die Ehrung der Preisträger übernahmen wie gewohnt Alexandra Klintworth (Dow) und Dorothea Pantförder (TU München), die beiden Leiterinnen des AK 0.1 Communication & Collaboration der NAMUR. „Wissen wird nicht durch Instruktion vermittelt, sondern durch Teilnahme an einer Community of Practice“, machte die leider kurzfristig verhinderte Alexandra Klintworth in einem Grußwort an die Preisträger deutlich.
Von diesem Geist der Umsetzung war auch die Auswahl der geehrten Arbeiten getrieben, schießlich gehe es nicht nur um die reine Innovation, sondern vor allem um die Integration in den realen Betrieb, wie Dorothea Pantförder betonte. DIes bedeute, dass Studierende in Zukunft stärker und besser in den Praxisbetrieb der Betreiber integriert werden müssten. Betrieb und Forschung bildeten keinen Gegensatz, sondern gehörten fest zusammen.
Artan Markaj erhält NAMUR-Award 2025 für seine Dissertation
Der erste Preisträger zeigte eindrucksvoll, wie eine Weiterentwicklung den Engineerings in der Prozessindustrie aussehen kann. In seiner Dissertation „Intentionsbasierte Entwicklung von Engineering-Konzepten in der Planung verfahrenstechnischer Anlagen“ an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg zeigte Markaj laut der Jury, wie Forschung, Theorie und industrielle Anwendung in Einlang gebracht werden können.
In seiner Arbeit legt Artan Markaj den Fokus auf die frühen Phasen des Engineerings, die heute nicht immer so verständlich sein, wie sie sollten. Daraus resultieren viele Iterationsschritte in späteren Phasen, die am Ende die Komplexität des gesamten Projekts ungeplant in die Höhe treiben. Sein Ansatz, schon früh ein absichtsbasiertes Engineering zu verankern, verhindere dies laut der NAMUR effektiv, wie mehrere praxisnahe Fallstudien zeigen.
Tobias Schmid reicht beste Master Thesis ein
Als zweiten Preisträger wählte die NAMUR-Jury die Masterarbeit von Tobias Schmid vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) aus, weil auch hier vor allem die praxisnahe Umsetzung überzeugte. Seine Arbeit mit dem Titel „Conception and evaluation of automatically configurable Industrial-Control-as-a-Service architectures in the context of regulated industrial sectors“ bilde einen Meilenstein auf dem Weg zu flexiblen, cloudbasierten Steuerungssystemen und sei integral für die Software Defined Automation der Zukunft.
In seinem kurzen Vortrag erklärte Schmid das die OT der IT in Bezug auf die Ausfallsicherheit deutlich hinterherhinke, sodass eine Verfügbarkeitsgarantie bei der Verwendung von IT-Komponenten in der OT nicht immer gegeben sei. Aus diesem Grund entwickelte er im Rahmen seiner Master Thesis ein neues Redundancy Gateway, dass die Ausfallzeiten der IT zwischenpuffert und Auswirkungen auf den realen Anlagenbetrieb verhindert.
Weitere Informationen gibt es unter www.namur.net.







