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Maschinenausfälle: Automatisiertes Diagnose-Tool soll Fehler beheben

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Autor: Jonas Völker

Maschinenausfälle: Automatisiertes Diagnose-Tool soll Fehler beheben
"ServiceNavigator", ein automatisiertes Diagnose-Tool soll dabei unterstützen, Fehler automatisiert zu finden und zu beheben. Foto: It's OWL

Die Gründe für den Ausfall einer Maschine sind vielfältig. Je länger die Fehlerbehebung dauert, desto größer der wirtschaftliche Schaden.”ServiceNavigator”, ein automatisiertes Diagnose-Tool, soll Maschinenbauer und -betreiber unterstützen, Fehler automatisiert zu finden und zu beheben. Und das bis zu fünf Mal schneller als bisher. Die Idee bescherte einem Team aus Nachwuchskräften beim it’s OWL Makeathon #horizonteOWL im Juni 2020 den Sieg. Aus der Gewinneridee ist nun ein Projekt im Spitzencluster it’s OWL entstanden, das mit 1 Mio. Euro durch das Land Nordrhein-Westfalen gefördert wird. Schirmherr ist Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart.

Nur zwei Tage brauchten das Gewinnerteam für die Entwicklung der Idee beim it´s OWL Makeathon. Weniger als ein Jahr später fällt nun der Startschuss für das besondere Projekt. Ein Jahr und eine Million Euro Fördermittel stehen dem Team zur Verfügung, um aus der entstandenen Idee vom ‚ServiceNavigator‘ eine Software-Lösung zu entwickeln.

Automatisiertes Diagnose-Tool unterstützt Unternehmen

Eine Lösung, die vor allem für den Maschinenbau interessant ist und das wichtige Service-Geschäft mit Kunden stärken kann. Dafür bietet die App ein automatisiertes Diagnose-Tool, das beim Auftreten eines Maschinenfehlers die Ursachenfindung und -behebung systematisiert. Dank des Tools kann die App Service-Technikern dabei helfen, ihren Einsatz effizienter zu gestalten und ihr Wissen nachhaltig zu dokumentieren und zu klassifizieren. Für den Fall, dass Service-Technikern, wie derzeit durch die Corona-Pandemie auch mal nicht verfügbar sind, hilft das Tool dem Betreiber sogar zur Selbsthilfe.

Von seiner Lösung verspricht sich das Projektteam eine bis zu fünf Mal schnellere Fehlerbehebung und einen messbaren Nutzen auf beiden Seiten, beim Maschinenbauer und -betreiber. Erste Expertengespräche räumen dem “ServiceNavigator” einen möglichen Effizienzgewinn von 50 % ein und dem Betreiber eine bis zu 10-prozentige Steigerung seiner Maschinenverfügbarkeit. Für den Vertrieb der Lösung will das Team ein Start-up gründen.

Prototyp bis Ende 2021

„Wir können als Team sehr gut zusammenarbeiten und sind hoch motiviert. Bis Ende des Jahres werden wir einen Prototyp entwickeln, der für ausgewählte Maschinentypen die automatisierte Fehlerdiagnose und -behebung unterstützt“, sagt Sina Kämmerling von der UNITY AG, die im Projekt mitarbeitet.

Prof. Dr. Roman Dumitrescu, Geschäftsführer it´s OWL Clustermanagement unterstreicht den innovativen Ansatz der Zusammenarbeit: „Das Projekt zeichnet sich durch einen ungewöhnlich schnellen Transfer zwischen Grundlagenforschung, Geschäftsmodellentwicklung und Gründung aus. Dabei wird ein akuter Handlungsbedarf aus der Industrie zugrunde gelegt. Aus der Idee wird eine für den Markt relevante Lösung entstehen.“

Im Fokus des Projekts, das bis Januar 2022 geht, steht die logische und technische Entwicklung des automatischen Diagnosetools, der Kernfunktionalität der Software. Parallel dazu setzt sich das Team mit der Entwicklung eines unterstützenden Geschäftsmodells auseinander. „Dabei sehen wir uns, ganz explizit, als Unterstützer der Service-Beziehung zwischen Hersteller und Betreiber“, sagt Kämmerling. Deshalb suche das Projekt auch Partnerschaften zu weiteren Maschinenbauern und Maschinenbetreibern, die sich Unterstützung und Mitgestaltung bei ihrem digitalen Service-Portfolio wünschen.
Günter Korder, Geschäftsführer it’s OWL Clustermanagement GmbH, lobt das Engagement des Teams. „Wir sind begeistert, sowohl von der hervorragenden Idee und der schnellen Umsetzung in ein it’s OWL Projekt, als auch von der Förderung durch das Land NRW. Es freut uns vor allem zu sehen, dass aus dem Gewinnerteam zum größten Teil auch das Projektteam geworden ist.“

Interdisziplinäres Projektteam

Neben Kämmerling arbeiten aus dem Siegerteam Caroline Junker (Fraunhofer IEM), Maximilian Bersch (GEA), Patrick Deutschmann (Fraunhofer ENAS) und Alexander Diedrich (Fraunhofer IOSB-INA) an dem Projekt mit. Die Unternehmen GEA (Oelde), Kraft Maschinenbau und WP Kemper (beide Rietberg) arbeiten als Pilot-Unternehmen im Projekt und werden intensiv bei der Co-Entwicklung und Validierung der Lösung unterstützen. Weiteres Expertenwissen bekommt das Projektteam von der Digitalisierungsberatung UNITY Consulting & Innovation sowie dem Fraunhofer IEM, dem Fraunhofer IOSB-INA und dem Fraunhofer ENAS.

Weitere Infos gibt es unter www.its-owl.de.

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