Mehrere Projekte aus Manufacturing-X erreichen das Ende ihrer Laufzeit und zeigen konkrete Ergebnisse für den unternehmensübergreifenden Datenaustausch. Auf dem 3. SCALE-MX-Kongress standen die entwickelten Datenräume, ihre technische Infrastruktur sowie mögliche Anwendungen im Mittelpunkt. Ein weiterer Schwerpunkt war die Verbindung von Datenräumen mit industrieller KI.
Manufacturing-X schafft Datenräume für mehrere Branchen
Mit Manufacturing-X wurde ein Forschungsprogramm mit einem Volumen von mehr als 140 Millionen Euro aufgesetzt. Ziel ist der Aufbau eines Datenökosystems für die produzierende Industrie. Als Vorbild dient Catena-X, das Datenökosystem der Automobilindustrie.
Mehrere der sogenannten X-Projekte befinden sich inzwischen am Ende ihrer Laufzeit. Nach Angaben der Projektbeteiligten sind unter anderem für die Halbleiterindustrie, Fabrikausstatter und die Gesundheitsbranche funktionale Datenräume mit einer robusten IT-Architektur entstanden. Damit liegen technische Grundlagen für einen souveränen Datenaustausch zwischen Unternehmen vor.
X-Projekte zeigen Ergebnisse auf dem SCALE-MX-Kongress
Beim 3. SCALE-MX-Kongress im Juni präsentierten sieben X-Projekte ihre Ergebnisse. Ergänzend zeigten drei Anwender, wie souveräner Datenaustausch bereits in ihren Unternehmen umgesetzt wird. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie Daten kontrolliert über Unternehmensgrenzen hinweg bereitgestellt und genutzt werden können.
Datenräume sollen Unternehmen ermöglichen, selbst zu bestimmen, wann sie welche Daten mit welchen Partnern teilen. Damit adressiert das Konzept einen zentralen Zielkonflikt der industriellen Digitalisierung: Daten sollen schnell für digitale Prozesse verfügbar sein, ohne die Kontrolle über ihre Nutzung aufzugeben.
Datenräume als Grundlage für Industrial AI
Eine weitere Rolle spielen Datenräume beim Einsatz von Industrial AI. Über die Infrastruktur können standardisierte und kontextualisierte Daten zwischen Unternehmen ausgetauscht werden. Diese Datenbasis ist eine Voraussetzung dafür, industrielle KI-Anwendungen effizient über Unternehmens- und Systemgrenzen hinweg einzusetzen.
Damit reicht die Bedeutung der X-Projekte über den reinen Datenaustausch hinaus. Die aufgebauten Strukturen können dazu beitragen, Daten für automatisierte Auswertungen und KI-Anwendungen in einem definierten Kontext verfügbar zu machen. Welche konkreten KI-Anwendungen daraus entstehen, hängt jedoch vom jeweiligen industriellen Anwendungsfall ab.
Von der technischen Infrastruktur zur Anwendung
Nach Einschätzung der Projektbeteiligten sind wesentliche technologische Grundlagen inzwischen vorhanden. Der SCALE-MX-Readiness-Workshop beschäftigte sich entsprechend mit dem praktischen Einstieg in Datenräume. Unternehmen sollen zunächst konkrete Anwendungsfälle erproben, Erfahrungen sammeln und erfolgreiche Ansätze anschließend skalieren.
Entscheidend für die weitere Entwicklung ist die Beteiligung einer größeren Zahl von Unternehmen. Der Nutzen unternehmensübergreifender Datenräume steigt, wenn ausreichend Partner Daten nach gemeinsamen Regeln und Standards austauschen können.
Datenräume am Übergang zur praktischen Nutzung
Die Ergebnisse der X-Projekte markieren für Manufacturing-X den Übergang von Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur praktischen Nutzung. Für verschiedene Branchen stehen funktionale Datenräume und IT-Architekturen zur Verfügung. Die nächste Aufgabe besteht darin, daraus konkrete industrielle Anwendungen zu entwickeln und den souveränen Datenaustausch über eine größere Zahl von Unternehmen zu skalieren.
Die Forschungsvereinigung im ZVEI und der ZVEI waren an mehreren Datenraumprojekten als Konsortialpartner beteiligt. Bei SCALE-MX übernahmen sie nach eigenen Angaben die Konsortialleitung. Manufacturing-X wird zudem von der Plattform Industrial AI & Data Economy unter der Leitung von Dr. Angelina Marko begleitet.
Weitere Informationen gibt es unter www.zvei.org.








