Generic filters
FS Logoi

Klimaneutrale Chemie: Versorgung mit nachhaltigem Kohlenstoff ist möglich

Kohlenstoff ist ein zentraler Rohstoff in der Chemieindustrie – stammt aber heute noch überwiegend aus fossilem Öl, Gas oder Kohle. Die Verfügbarkeit nachhaltiger Kohlenstoffquellen ist für die klimaneutrale Transformation der Branche daher entscheidend. Das nun von der Initiative IN4climate.NRW veröffentlichte Diskussionspapier „Kohlenstoff – aber nachhaltig!” zeigt: Die Kohlenstoffbedarfe der deutschen Chemieindustrie lassen sich nachhaltig decken. Importe sind dafür nicht zwingend erforderlich, wohl aber besteht dringender politischer Handlungsbedarf. Das Diskussionspapier steht zum kostenfreien Download bereit.

von | 05.02.26

Noch stammen rund 85 % des Kohlenstoffs in der Chemieproduktion aus fossilen Quellen
Foto: Yellow Boat - stock-adobe.com

Kohlenstoff ist ein zentraler Rohstoff in der Chemieindustrie – stammt aber heute noch überwiegend aus fossilem Öl, Gas oder Kohle. Die Verfügbarkeit nachhaltiger Kohlenstoffquellen ist für die klimaneutrale Transformation der Branche daher entscheidend. Das nun von der Initiative IN4climate.NRW veröffentlichte Diskussionspapier „Kohlenstoff – aber nachhaltig!” zeigt: Die Kohlenstoffbedarfe der deutschen Chemieindustrie lassen sich nachhaltig decken. Importe sind dafür nicht zwingend erforderlich, wohl aber besteht dringender politischer Handlungsbedarf. Das Diskussionspapier steht zum kostenfreien Download bereit.

85 % des Kohlenstoffs in der Chemieindustrie stammen aus fossilen Quellen

Ob Waschmittel, Klebstoffe, Lacke, Farben oder Kunststoffe – die Produkte der Chemieindustrie sind allgegenwärtig. Die Mehrheit basiert auf Kohlenstoff. Noch stammen rund 85 % davon aus fossilen Quellen. Das von Unternehmen, Verbänden und Forschungseinrichtungen unterstützte IN4climate.NRW-Diskussionspapier zeigt robuste Strategien auf, mit denen Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 in der chemischen Industrie erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit erhalten werden kann.

„Die Komplexität der Chemie ist Herausforderung und Chance zugleich. Die Vielfalt der Produkte und Reaktionswege macht die Rohstofftransformation zwar anspruchsvoll, bietet aber auch die Möglichkeit, durch die Entwicklung innovativer Verfahren auf Basis nachhaltiger Quellen Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Gerade die chemische Industrie in Nordrhein-Westfalen, die für Grundstoffe ebenso steht wie für Spezialprodukte, kann hier zum Vorreiter werden. Damit dies gelingt, werden zeitnah die passenden Rahmenbedingungen benötigt“, betont Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate.

Inländische Versorgung mit nachhaltigem Kohlenstoff ist möglich

Die Ergebnisse des Diskussionspapiers zeigen, dass eine inländische Versorgung grundsätzlich möglich ist, sofern alle nachhaltigen Kohlenstoffquellen – Kunststoffabfälle, Biomasse und CO2 – konsequent mobilisiert und deren Verarbeitungsprozesse technologisch weiterentwickelt werden. So muss das mechanische Kunststoffrecycling im Sinne einer effizienten Kreislaufwirtschaft weiter ausgebaut werden.

Gleichzeitig sind für das chemische Kunststoffrecycling insbesondere in Nordrhein-Westfalen zeitnahe Standortentscheidungen und Investitionen erforderlich. Für den Bereich Biomasse ist vor allem relevant, dass verfügbare Mengen gemäß dem Kaskadenprinzip vorrangig stofflich und effizient genutzt werden, etwa für Biopolymere oder Spezialchemikalien. Um Nutzungskonkurrenzen zu vermeiden, ist eine strategische Priorisierung erforderlich, der eine Analyse der regionalen Verfügbarkeit für die NRW-Industrie vorangehen muss. Darüber hinaus wird die Nutzung von CO2 für die Chemiebranche zukünftig immer wichtiger. Dabei sollte der Einsatz konsequent auf geschlossene Kohlenstoffkreisläufe ausgerichtet sein. Insbesondere bei kurzlebigen oder nicht kreislauffähigen Produkten, beispielsweise Verpackungen, eignet sich biogenes CO2. Bei der Planung von Transport- und Infrastrukturnetzen müssen diese Mengen frühzeitig mitgedacht werden.

Nachhaltige Transformation braucht politische Rahmenbedingungen

Die Initiative betont, dass aufgrund der langen Vorlaufzeiten für die Einführung neuer Technologien schon heute geeignete Rahmenbedingungen benötigt werden, zum Beispiel in Form von politischen Strategien mit gezielt priorisierenden Förderprogrammen, Leitmärkten für defossilisierte Produkte und klaren Perspektiven für den schnellen Ausbau erforderlicher Transportinfrastrukturen. Ein koordiniertes Gesamtkonzept ist zentral für die zukünftige Versorgung der Chemieindustrie mit nachhaltigem Kohlenstoff und das Fundament ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Die gesamte Publikation steht zum kostenfreien Download zur Verfügung:

Zum Download[/button

Weitere Informationen gibt es unter www.energy4climate.nrw.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Halbleiterversorgung: TU München stellt EU-weit ersten 7-Nanometer-Chip her
Halbleiterversorgung: TU München stellt EU-weit ersten 7-Nanometer-Chip her

An der TU München (TUM) ist der EU-weit erste KI-Chip mit moderner 7-Nanometer-Technologie entstanden. Prof. Hussam Amrouch entwickelte den neuromorphen Chip auf Grundlage des Standards des weltweit führenden Chip-Produzenten TSMC. Künftig will der Professor für KI-Prozessor-Design zusammen mit seiner Forschungsgruppe jährlich mindestens drei neue Designs entwerfen, die ab 2028 von der European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) in Dresden gefertigt werden sollen.

mehr lesen
Neue VDI-Richtlinie für die Qualität von Längenmessungen erschienen
Neue VDI-Richtlinie für die Qualität von Längenmessungen erschienen

Ob in der Fertigungstechnik und Qualitätssicherung, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automatisierungs- und Prüftechnik oder Instandhaltung: Taktile Längenmesseinrichtungen mit analoger Messwerterfassung kommen überall dort zum Einsatz, wo kleinste Längenänderungen zuverlässig erfasst und weiterverarbeitet werden müssen. Damit diese Messdaten verlässlich bleiben, sind regelmäßige Prüfung und Kalibrierung unverzichtbar. Genau hier setzt die neue Richtlinie VDI/VDE/DGQ/DKD 2618 Blatt 14.1 an. Sie beschreibt praxisnah, wie Messtaster mit analoger Messwerterfassung fachgerecht geprüft und kalibriert werden.

mehr lesen
KRITIS-Dachgesetz beschlossen: Bitkom und ZVEI sehen Verbesserungspotenzial
KRITIS-Dachgesetz beschlossen: Bitkom und ZVEI sehen Verbesserungspotenzial

Nach der Einigung mit dem Bundesrat hat der Bundestag Ende Januar das KRITIS-Dachgesetz, mit dem die europäische CER-Richtlinie in deutsches Recht überführt wird, beschlossen. Ziel des Gesetzes ist es, die physische Resilienz kritischer Infrastrukturen in Deutschland zu stärken. Erstmals werden damit verbindliche sektorenübergreifende Mindeststandards sowie einheitliche Kriterien zur Identifizierung kritischer Anlagen festgelegt. Der Digitalverband Bitkom und der Verband der Elektro- und Digitalindustrie, ZVEI, begrüßen das neue Gesetz, sehen aber einige Details kritisch.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: