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Interview: Das sind die Vorteile von Cobots in der Industrie

Cobots sind kollaborative Roboter, die zunnehmend die Industrie erobern. Das Unternehmen Gerhard Schubert GmbH setzt sie beispielsweise bereits erfolgreich ein und hat jetzt auch ein eigenes Modell entwickelt, um mit Cobots die Produktzuführung zu den Verpackungsmaschinen zu automatisieren. Im atp-Interview haben Achraf Ben Salem, Leiter der Cobot-Entwicklung, und Benjamin Brand, Leiter Marketing und Strategie der […]

von | 25.08.21

Cobots sind kollaborative Roboter, die zunnehmend die Industrie erobern. Das Unternehmen Gerhard Schubert GmbH setzt sie beispielsweise bereits erfolgreich ein und hat jetzt auch ein eigenes Modell entwickelt, um mit Cobots die Produktzuführung zu den Verpackungsmaschinen zu automatisieren. Im atp-Interview haben Achraf Ben Salem, Leiter der Cobot-Entwicklung, und Benjamin Brand, Leiter Marketing und Strategie der Cobots, uns über ihren ersten eigenen Cobot in der Produktion erzählt.

atp-Redaktion: Sie haben bei Schubert Packaging einen eigenen, neuen Cobot für Ihre Herstellung entwickelt. Was unterscheidet ihn von anderen Cobots, die sie vorher eingesetzt habenoder die gerade generell in der Produktion im Einsatz sind?
Achraf Ben Salem und Benjamin Brand: Der tog.519 ist der erste Cobot unserer geplanten Cobot-Familie. Während sich einige Cobot-Hersteller auf Montage- und Assistenzaufgaben fokussiert haben, ist unser Cobot einer der ersten, der explizit für Hochleistungsaufgaben entwickelt wurde. Die Unterschiede zu anderen Cobots liegen in seiner Schnelligkeit, Intelligenz und unserem Angebot eines Gesamtsystems bestehend aus Roboter, Vision System und Safety. Aufgrund des Einsatzes einer künstlichen Intelligenz im Vision System, ist unser Pick&Place Cobot einer der schnellsten beim Greifen von Produkten aus der Unordnung. In der Verpackungsindustrie sind hohe Pickraten von enormer Bedeutung. Wir erreichen bis zu 80 Picks pro Minute. Durch den Einsatz der KI reduziert sich der Programmieraufwand bei neuen Formaten auf ein Minimum. Ein CAD-Modell des zu pickenden Produkts reicht aus, um einen Datensatz aus synthetischen Bildern zu generieren, mit dem dann unser eigens entwickeltes neuronales Netzwerk trainiert werden kann. Nach diesem Training ist unser Cobot in der Lage das neue Produkt zu greifen. Es ist dafür kein Programmieraufwand nötig. Durch unser durchdachtes Gesamtsystem verringern sich natürlich die Schnittstellen: Vision System, Safety und Steuerung des Cobots sind perfekt aufeinander abgestimmt. Dazu ist der Cobot noch flexibel und einfach in eine neue Einsatzumgebung zu transportieren.

Welche Vorteile sehen Sie beim Einsatz von künstlicher Intelligenz und Cobots in der Industrie?
Die Einsatzmöglichkeiten von KI in der Industrie sind sehr weitläufig. Weil sich der Trend immer weiter in Richtung personalisierter Produkte entwickelt, ist die geforderte Flexibilität und Variantenvielfalt in der Produktion kaum anders als durch selbstlernende Systeme unter Mithilfe künstlicher Intelligenz bewältigbar. Für uns ist die künstliche Intelligenz in der Bildverarbeitung, der vorausschauenden Instandhaltung und der Bewegungsoptimierung von Robotern eine essenzielle Technologie. Ein Cobot muss sehr einfach in Produktionsumgebungen integrierbar sein. Somit ist es unbedingt notwendig den Programmieraufwand zu minimieren, damit nicht nur ausgebildete Programmierer in der Lage sind Cobots effizient einzusetzen. Unser Motto ist „Wer ein Tablet bedienen kann, der kann auch den tog bedienen“. Die Kombination aus Flexibilität und Einfachheit ist der größte Vorteil für Cobots in der Industrie.

Was raten Sie Unternehmen, die Cobots in Ihre Abläufe integrieren wollen?
In erster Linie ist es wichtig genau herauszufinden, welche Features das Cobot System für das jeweilige Unternehmen haben muss. Daraus ergibt sich dann die Komplexität des gewünschten Systems. Meist ist es nicht ausreichend einen Roboterarm zu kaufen, man benötigt Peripheriekomponenten, z.B. Zuführsysteme und Produktspeicher, Kameras, Sicherheitseinrichtungen. Komplexe Anforderungen führen häufig auch zu komplexen Integrationsaufgaben. Alle Schnittstellen des Systems sollten miteinander harmonisch verknüpfbar sein, um diesen Integrationsaufwand auch in einem vertretbaren Rahmen zu halten. Speziell aus diesem Grund entwickeln wir ein modulares Baukastensystem, welches eine Kombination der Komponenten mit vorgefertigten Schnittstellen ermöglicht.

Was hat Schubert Packaging in Sachen Cobot – Entwicklung für die kommenden Jahre noch geplant?
Nachdem wir unseren tog.519 auf den Markt gebracht haben werden, wird unser komplettes Baukastensystem stets weiterentwickelt. Zusätzlich werden wir die bereits erwähnte Cobot-Familie um weitere Roboter mit unterschiedlichsten Kinematiken ergänzen. Unsere Vision ist ein modularer Baukasten – bestehend aus unterschiedlichen Cobots für unterschiedliche Aufgaben, produktklassenspezifischen Werkzeugen, Vision Systemen sowie Software- und Peripheriekomponenten unterschiedliche Anwendungen. Mit unserem Produktportfolio sollen unsere Kunden in Zukunft in der Lage sein, Produktionsprozesse ohne unsere Unterstützung einfach zu automatisieren.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Im atp magazin 8-2021 lesen Sie alles rund um Robotik in der Industrie, Cobots und KI. Sie können das Magazin gratis Probelesen!

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Der tog.519 ist der erste Cobot von Schubert-Packaging. (Foto: Gerhard Schubert GmbH)

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