Generic filters
FS Logoi

Humation: Fraunhofer IOSB-INA und Universität Bielefeld gründen Kompetenzverbund

Wie lassen sich Menschen und Maschinen so zusammenbringen, dass beide voneinander profitieren? Diese Frage steht im Mittelpunkt des neuen Kompetenzverbunds Humation – Humanzentrierte Automation, den die Universität Bielefeld und das Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo gemeinsam gegründet haben. Ziel ist es, die Interaktion zwischen Mensch, Künstlicher Intelligenz (KI) und Au-tomatisierung so zu gestalten, dass Arbeitsprozesse sicherer, flexibler und effizienter werden und gleichzeitig der Mensch im Zentrum bleibt.

von | 16.02.26

DIe Gründer von "Humation": Erste Reihe v.l.n.r: Dr. Sebastian Wrede, Prof. Klaus Neumann. Mittlere Reihe v.l.n.r.: Florian Pethig, Dr. Marc Hesse, Dr. Sebastian Schriegel. Hintere Reihe vl.n.r.: Prof. Jürgen Jasperneite, Prof. Reinhold Decker. Foto: Universität Bielefeld / Norma Langohr

Wie lassen sich Menschen und Maschinen so zusammenbringen, dass beide voneinander profitieren? Diese Frage steht im Mittelpunkt des neuen Kompetenzverbunds Humation – Humanzentrierte Automation, den die Universität Bielefeld und das Fraunhofer IOSB-INA in Lemgo gemeinsam gegründet haben. Ziel ist es, die Interaktion zwischen Mensch, Künstlicher Intelligenz (KI) und Au-tomatisierung so zu gestalten, dass Arbeitsprozesse sicherer, flexibler und effizienter werden und gleichzeitig der Mensch im Zentrum bleibt.

Technologien sollen die Fähigkeiten des Menschen erweitern

„Wir wollen Technologien dahingehend entwickeln, dass sie die Fähigkeiten des Menschen erweitern, nicht ersetzen“, sagt Dr.-Ing. Marc Hesse, Teamleiter Cognitronics an der Universität Bielefeld und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Center for Cognitive Interaction Technology (CITEC). „Wenn Mensch und Maschine als Partner zusammenarbeiten, entsteht ein hybrides Team, das kreativer, adaptiver und nachhaltiger arbeitet.“

Der Kompetenzverbund vereint die grundlagenorientierte Forschung der Universität mit der anwendungsnahen Expertise des Fraunhofer IOSB-INA. Diese Verbindung ermöglicht laut einer Pressemeldung praxisnahe Lösungen in Feldern wie kollaborativer Robotik, also Robotern, die gemeinsam mit Menschen arbeiten und der Integration von KI in automatisierte Prozesse.

Neues Forschungslabor verbindet moderne Technik mit menschlicher Erfahrung

Ein Beispiel ist das gemeinsame Projekt „Humation Collaboratory.OWL“: Ein Forschungslabor, das zwei Standorte digital vernetzt – das Forschungsinstitut für Kognition und Robotik (CoR-Lab) in Bielefeld und das Fraunhofer-Institut mit der SmartFactoryOWL in Lemgo. Dort arbeiten Roboter und Menschen Seite an Seite, etwa bei der Produktion von Wärmepumpen. Intelligente Roboter übernehmen Teilaufgaben und unterstützen Fachkräfte bei der Montage. So lassen sich Engpässe in der Produktion ausgleichen und Arbeitsprozesse effizienter gestalten.

„Viele Betriebe stehen heute unter Druck: zu wenig Fach- und Arbeitskräfte, zu viel Komplexität. Mit Humation verbinden wir moderne Technik mit menschlicher Erfahrung – und dank digitaler Zwillinge werden Abläufe einfacher und schneller.“ sagt Prof. Dr.-Ing. Jürgen Jasperneite, Direktor des Fraun-hofer IOSB-INA, Lemgo.

Auch das Projekt „EXPLORE“ zeigt, wie Forschung und Industrie zusammenwachsen. Es entwickelt die erste Forschungsplattform für Digitale Zwillinge in Ostwestfalen-Lippe. Digitale Zwillinge sind virtuelle Abbilder realer Maschinen oder Produktionslinien. Sie helfen Unternehmen, Abläufe zu simulieren, zu optimieren und nachhaltiger zu gestalten, bevor sie in der Realität umgesetzt werden.

Arbeitsplätze menschenzentriert gestalten

Im Mittelpunkt der humanzentrierten Automation steht der Mensch als aktiver Gestalter technischer Systeme. Ziel ist nicht, Arbeit vollständig zu automatisieren, sondern Arbeitsplätze menschengerecht zu gestalten. Dabei geht es um Sicherheit, Wohlbefinden und die Erweiterung von Kompetenzen. Auch ethische, rechtliche und soziale Fragen werden von Beginn an in die Forschung integriert. Dieser sogenannte „integrierte Forschungsansatz“ stellt sicher, dass neue Technologien gesellschaftlich verantwortungsvoll entwickelt werden.

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bietet Humation praxisnahe Unterstützung: von Lab-Touren über Fachgemeinschaften bis hin zu Beratungs- und Umsetzungsprojekten. So wird wissenschaftliche Expertise direkt in die regionale Wirtschaft übertragen und umgekehrt fließen die Erfah-rungen der Betriebe in die Forschung zurück.

AI-Robotics als zentrales Element von Humation

Der Ansatz von Humation steht im Einklang mit der europäischen Strategie „Industry 5.0“, die den Menschen als zentrale Säule einer nachhaltigen und resilienten Industrie definiert. Mit dem neuen Kompetenzverbund trägt die Region Ostwestfalen-Lippe dazu bei, Europa als Vorreiter humanzentrierter Automatisierung zu positionieren.

AI-Robotics stellt ein zentrales Element im Kompetenzverbund Humation dar. Die zugrunde liegende Idee besteht darin, Automatisierungslösungen zu entwickeln, indem Roboter von Menschen lernen. Im Rahmen des Imitations- oder Bestärkungslernens werden dazu Daten durch Demonstrationen und autonomes Roboterlernen erfasst. Anhand von dem gewonnenen Bildmaterial, Kraftmomentendaten und propriozeptiven Informationen imitiert der Roboter die zuvor manuell durchgeführten Prozesse.

„Neue Technologien wie Large Behavior Models und interaktiven Schnittstellen zwischen Mensch und Roboter ermöglichen es uns, aus Daten zu lernen und effektiv zu generalisieren. Durch das interaktive Vorführen von Aufgaben durch Fachkräfte und den nahtlosen Einsatz von Roboterlernen können wir ein System entwickeln, das in der praktischen Anwendung deutlich benutzerfreundlicher und robuster gegenüber Unsicherheiten in der Produktionsumgebung ist“, erläutert Prof. Dr. Klaus Neumann, Gruppenleiter für Kognitive Automation am Fraunhofer-Institut in Lemgo.

Weitere Informationen gibt es unter www.iosb-ina.fraunhofer.de.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

5G: Siemens stellt KI-Cybersecurity-Lösung für industrielle Netze vor
5G: Siemens stellt KI-Cybersecurity-Lösung für industrielle Netze vor

Siemens hat heute auf dem Mobile World Congress 2026 eine verifizierte Cybersecurity-Lösung für industrielle private 5G-Netzwerke in Zusammenarbeit mit Palo Alto Networks angekündigt. Die Lösung kombiniert Siemens‘ private 5G-Infrastruktur mit der Next-Generation Firewall (NGFW) von Palo Alto Networks, die speziell für Künstliche Intelligenz (KI) optimiert wurde.

mehr lesen
AMA Innovationspreis 2026: Die nominierten Unternehmen stehen fest
AMA Innovationspreis 2026: Die nominierten Unternehmen stehen fest

Der AMA Verband für Sensorik und Messtechnik hat drei junge Unternehmen für den AMA Innovationspreis 2026 nominiert. Alle drei Finalisten werden mit dem Sonderpreis ‚Junges Unternehmen‘ ausgezeichnet und sind zugleich für den Hauptpreis nominiert. Die Zahl qualifizierter Einreichungen junger Firmen in diesem Jahr unterstreicht die hohe Innovationsdynamik in der Sensorik und Messtechnik.

mehr lesen
KI: Qualifizierung und Re-Skilling laut VDI-Studie entscheidend
KI: Qualifizierung und Re-Skilling laut VDI-Studie entscheidend

Deutschland steht vor einer strukturellen Paradoxie: Während in einzelnen Industriezweigen Stellen abgebaut werden, fehlen in anderen Bereichen Ingenieurinnen und Ingenieure. Technologische Sprünge – insbesondere getrieben durch Künstliche Intelligenz – verändern Kompetenzprofile rasant. Gleichzeitig verschärfen demografischer Wandel und internationaler Wettbewerbsdruck den Fachkräftemangel. Eine aktuelle VDI-Studie zeigt, dass Qualifizierung und Re-Skilling in technischen Berufen keine Randthemen sind, sondern ein Schlüssel, um Fachkräfte gezielt in neue Aufgaben zu bringen.

mehr lesen
SECURITY UNTER KONTROLLE: Jetzt die letzten Tickets sichern!
SECURITY UNTER KONTROLLE: Jetzt die letzten Tickets sichern!

In knapp zwei Wochen dreht sich im Landschaftspark Duisburg-Nord am 17. und 18 März alles um die OT-Security. Dort findet die nächste Ausgabe von SECURITY UNTER KONTROLLE im Gebläsehallenkomplex statt und wird zum dritten Mal die Cybersicherheit der Operational Technology in den Fokus rücken. Der Kongress ist mit mehr als 170 Teilnehmenden fast ausverkauft, Kurzentschlossene müssen schnell sein, wenn sie sich noch Tickets sichern möchten.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: