Ethernet-APL hat in einem weiteren groß angelegten Skalierbarkeitstest seine Eignung für komplexe Prozessautomatisierungsumgebungen unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit Covestro, BASF und Yokogawa validierte Endress+Hauser die Interoperabilität und Skalierbarkeit einer herstellerübergreifenden Architektur mit PROFINET über Ethernet-APL.
Ethernet-APL in komplexen Automatisierungsarchitekturen
Der Test fand im Mai 2026 bei Endress+Hauser Digital Solutions in Reinach (Schweiz) statt. Während frühere Versuche vor allem die Anzahl integrierbarer Feldgeräte unter Volllast untersuchten, stand diesmal die Skalierbarkeit komplexer Netzwerkarchitekturen im Mittelpunkt. Erstmals wurde ein Yokogawa CENTUM VP Distributed Control System (DCS) gemeinsam mit dem Asset-Management-System Plant Resource Manager (PRM) in eine umfangreiche Ethernet-APL-Infrastruktur integriert.
Die Testumgebung kombinierte Feldgeräte, Switches und Netzwerkinfrastruktur verschiedener Hersteller. Ergänzend zu Lasttests wurde ein mehrtägiger Dauerbetrieb durchgeführt, um das Verhalten des Netzwerks unter realitätsnahen Betriebsbedingungen zu bewerten.
Herstellerübergreifende Interoperabilität im Fokus
Ein Schwerpunkt lag auf der Validierung der Interoperabilität über sämtliche Ebenen der Automatisierungspyramide hinweg. Die Architektur umfasste Multi-Ring-Ethernet-APL-Topologien, unterschiedliche Ethernet-APL-Switches sowie Feldgeräte verschiedener Hersteller. Zusätzlich wurde der Asset-Management-Zugriff über mehrere Netzwerkringe mithilfe einer privaten VLAN-Architektur validiert.
Zum Einsatz kamen unter anderem APL-Feldgeräte von Endress+Hauser, APL-Stellungsregler von Samson sowie Ethernet-APL-Switches von R. Stahl, Softing, Phoenix Contact und Pepperl+Fuchs. Die übergeordnete Netzwerkinfrastruktur bestand aus einem Hirschmann-Switch mit privater VLAN-Struktur sowie Siemens-SCALANCE-Switches als Media Redundancy Protocol (MRP)-Manager.
Bedeutung für die digitale Transformation der Prozessindustrie
Aus Sicht der beteiligten Industrieunternehmen liefert der Test wichtige Erkenntnisse für den Einsatz Ethernet-basierter Kommunikation in großskaligen Prozessanlagen. Covestro bewertete insbesondere die Datentransparenz und durchgängige Konnektivität bis in die Feldebene als wesentliche Voraussetzungen für die weitere Digitalisierung von Produktionsprozessen.
Auch BASF ordnet die Ergebnisse in eine kontinuierliche Entwicklung ein. Nach früheren Skalierbarkeitstests mit unterschiedlichen Leitsystemen wurde nun erstmals auch eine Yokogawa-DCS-Umgebung erfolgreich unter großskaligen Bedingungen validiert. Damit erweitert sich das Spektrum nachgewiesener herstellerübergreifender Integrationsszenarien für Ethernet-APL.
Einordnung für die Automatisierungstechnik
Für Betreiber von Prozessanlagen gewinnt Ethernet-APL als Kommunikationstechnologie weiter an Bedeutung. Der aktuelle Test zeigt, dass sich komplexe Netzwerkarchitekturen mit Komponenten unterschiedlicher Hersteller interoperabel betreiben lassen. Damit unterstützt Ethernet-APL Digitalisierungsstrategien, die einen konsistenten Datenzugriff, Asset Management sowie eine durchgängige Ethernet-Kommunikation bis in die Feldebene erfordern.







