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Digitale Maschinen-Identitäten für sicheres Energiesystem

Digitale Identitäten für Maschinen sind zentral für die Energiewende. Das dena-Projekt DIVE zeigt in einer Berichtsreihe, wie Kleinanlagen sicher und automatisch in digitale Abläufe integriert werden können - von Registeranmeldung bis Herkunftsnachweise.

von | 11.09.25

Digitale Identitäten für Maschinen und Anlagen funktionieren wie Ausweise im digitalen Raum.
Quelle: TheDigitalWay I Pixabay
Digitale Identitäten

Ob PV-Dach, Heimspeicher oder Elektroauto: Im Energiesystem werden Millionen kleiner Anlagen Strom erzeugen, speichern oder verbrauchen und dabei in Echtzeit kommunizieren.

Damit das sicher, effizient und automatisiert geschieht, braucht es eine verlässliche Datengrundlage: digitale Identitäten für Maschinen und Anlagen.

Im Projekt „Digitale Identitäten als Vertrauensanker im Energiesystem“ (DIVE) hat das Future Energy Lab der dena gemeinsam mit Partnern gezeigt, dass diese Technologie schon heute einsatzbereit ist und sich mit geringem Aufwand einführen lässt.

So lassen sich Marktprozesse vereinfachen, die Cyberresilienz und Datensouveränität stärken und innovative Anwendungen ermöglichen.
Philipp Richard, Bereichsleiter Digitale Technologien & Start-up Ökosystem der dena:

„Digitale Identitäten für Maschinen und Anlagen funktionieren wie Ausweise im digitalen Raum: Sie ermöglichen das eindeutige Verifizieren von Eigenschaften wie Standort, Verfügbarkeit oder Eigentum. Das schafft Vertrauen, erleichtert automatisierte Prozesse und erhöht die Cybersicherheit. Unsere langjährige Arbeit zu digitalen Identitäten zahlt sich nun aus – mit der praktischen Erprobung im Energiesektor leisten wir internationale Pionierarbeit und treiben den Aufbau eines europäischen Identitätsökosystems für Industrie und Wirtschaft voran.”

Fünf Berichte – von der Vision bis zur rechtlichen Analyse

Zum Projektabschluss veröffentlicht die dena eine fünfteilige Berichtsreihe.
• Digitale Identitäten im Energiesektor.  Ein Beitrag für eine zukunftsgerichtete Dateninfrastruktur: Der Bericht bildet den Ausgangspunkt für die vier folgenden Fachberichte. Er entwirft ein praxisnahes Zukunftsszenario für den Einsatz digitaler Identitäten in der Energiewende. Etwa für die Teilnahme an Flexibilitätsmärkten, digitales Nachhaltigkeitsmanagement oder die Nutzerfreundlichkeit von Ladesäulen.

Die weiteren Fachberichte liefern vertiefende Einblicke:
• DIVE 01. Überblick, Einordnung & Evaluation charakterisiert die bestehende digitale Identitätslücke im Energiesystem und fasst die zentralen Empfehlungen zur Etablierung digitaler Maschinen-Identitäten zusammen.
• DIVE 02. Technische Details und Umsetzung der Basisinfrastruktur beschreibt die technologische Grundlage und das Zusammenspiel der eingesetzten Hard- und Software für digitale Maschinen-Identitäten.
• DIVE 03. Mehrwerte für die energiewirtschaftlichen Anwendungsfälle stellt praxisnahe Einsatzmöglichkeiten vor, z.B. Herkunftsnachweise, Flexibilitätserbringung und Wahl des Stromlieferanten an Ladesäulen,
• DIVE 04. Rechtliche Analyse schlägt eine Governance-Struktur dezentraler Identitätslösungen innerhalb des gültigen Rechtsrahmens vor.

Das DIVE-Projekt hat gezeigt, dass digitale Identitäten für Kleinanlagen im Energiesystem praktisch funktionieren. So konnten reale Prozesse digital und automatisch umgesetzt werden. Beispiel: die Anmeldung im Register, die Registrierung granularer Grünstromzertifikate sowie der Wechsel zwischen Anwendungsfällen und die Vermeidung von Doppelvermarktung.

Grundlage dafür ist die DIVE-Infrastruktur, die auf dem Prinzip der Self-Sovereign Identity (SSI) basiert, die auch hinter der neuen European Digital Identity Wallet (EUDI) steht. DIVE nutzte dafür vorhandene Technik wie Smart Meter Gateways, Energiemanagementsysteme, digitale Aus- und Nachweise sowie ein verifizierbares Register.

Durchgeführt wurde das Projekt des Future Energy Lab mit einem Konsortium aus Energiewirtschaft, Wissenschaft, Technologie und Recht.

Teilnehmende: FfE München, Energy Web, Oli Systems, Fraunhofer FIT, BOTLabs, fieldfisher. Gemeinsam wurde eine technische und rechtliche Blaupause für digitale Maschinen-Identitäten geschaffen – anschlussfähig an laufende EU-Initiativen wie die EUDI-Wallet.

Nächster Schritt: Aufbau eines Identitätsökosystems

Die Projektergebnisse fließen nun in das Folgeprojekt „Digitales Identitätsmanagement und Ökosystementwicklung“ (DIMOS) ein. Ziel ist es, ein Identitätsökosystem für den Energiesektor aufzubauen, das einheitliche Regeln für digitale Interaktionen definiert und Vertrauen zwischen Marktakteuren stärkt – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem automatisierten, sicheren und effizienten Energiesystem.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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