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Cyber Security: IT/OT-Konvergenz erhöht Risiken für Industrieunternehmen

Mehr als ein Drittel der Industrieunternehmen zählt Cybersicherheitsrisiken zu den größten externen Wachstumshindernissen. Eine internationale Studie von Rockwell Automation untersucht, wie Vernetzung, IT/OT-Konvergenz und der zunehmende KI-Einsatz die Anforderungen an die betriebliche Resilienz verändern.

von | 28.09.26

Die Ergebnisse zeigen eine auffällige Differenz zwischen tatsächlichen Vorfällen und dem Vertrauen in die eigene Sicherheitslage.
Foto: Sashkin - stock-adobe.com

Cyber Security entwickelt sich für Industrieunternehmen zunehmend von einer reinen IT-Aufgabe zu einem Faktor für Produktion und Geschäftskontinuität. Mehr als ein Drittel der befragten Unternehmen sieht Cyberrisiken als eines der größten externen Wachstumshindernisse. Das geht aus einer internationalen Studie von Rockwell Automation hervor, die insbesondere die zunehmende Vernetzung von IT und OT sowie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz betrachtet.

Cyber Security trifft auf stärker vernetzte Produktion

Für den Bericht zur betrieblichen Resilienz wurden nach Angaben des Unternehmens 1.560 Personen aus 17 Fertigungsnationen befragt. Die Teilnehmer stammen aus unterschiedlichen Managementebenen und Branchen wie Automobilindustrie, Halbleiter, Energie, Life Sciences sowie Lebensmittel und Getränke. Erstellt wurde die Untersuchung von Sapio Research in Zusammenarbeit mit Rockwell Automation.

Ein Schwerpunkt liegt auf der zunehmenden Verbindung von Informationstechnologie und Operational Technology. Durch die IT/OT-Konvergenz entstehen zusätzliche Schnittstellen zwischen Produktionsanlagen, Betriebsdaten und klassischen IT-Systemen. Gleichzeitig werden KI-Anwendungen ausgebaut und Daten über Unternehmensbereiche hinweg verfügbar gemacht.

46 % berichten von einem Cybervorfall

Die Ergebnisse zeigen eine auffällige Differenz zwischen tatsächlichen Vorfällen und dem Vertrauen in die eigene Sicherheitslage. 46 % der befragten Unternehmen waren demnach im vergangenen Jahr von einem Cybervorfall betroffen. Gleichzeitig sind 90 % überzeugt, einen solchen Vorfall verhindern, eindämmen oder sich davon erholen zu können.

Die Zahlen verdeutlichen, warum technische Schutzmaßnahmen allein nicht mit betrieblicher Resilienz gleichgesetzt werden sollten. Entscheidend ist auch, wie Unternehmen auf Störungen reagieren und wie schnell sich industrielle Abläufe nach einem Vorfall wiederherstellen lassen.

IT/OT-Konvergenz rückt in den Fokus der Cybersicherheit

Besondere Aufmerksamkeit gilt den Übergängen zwischen IT und OT. Laut Studie gelten Integrationspunkte beider Bereiche als die am zweithäufigsten durch Cybervorfälle bedrohten Schwachstellen. Für Automatisierungsverantwortliche betrifft das eine zentrale Entwicklung der digitalen Transformation: Produktionssysteme werden stärker mit übergeordneten IT-Systemen, Datenplattformen und weiteren Anwendungen verbunden.

Die Befragten sehen darin allerdings nicht ausschließlich ein Risiko. 37 % erwarten, dass eine Absicherung der IT/OT-Architektur in den kommenden fünf Jahren positive Geschäftsergebnisse unterstützt. Cybersicherheit wird damit auch zu einer Voraussetzung dafür, vernetzte Automatisierungsarchitekturen belastbar zu betreiben.

45 Prozent wollen KI für Cybersicherheit einsetzen

Künstliche Intelligenz spielt in der Studie eine doppelte Rolle. Ihre zunehmende Nutzung schafft weitere Abhängigkeiten in vernetzten Systemlandschaften. Gleichzeitig wollen Unternehmen KI selbst zur Absicherung ihrer Systeme einsetzen. 45 % der Befragten planen, in den kommenden zwölf Monaten KI und maschinelles Lernen in Cybersicherheitsinitiativen zu nutzen.

Als Einsatzfelder nennt der Bericht unter anderem Erkennung, Überwachung und Risikomanagement. Welche konkreten KI-Verfahren eingesetzt werden und wie deren Wirksamkeit gegenüber konventionellen Sicherheitsmechanismen bewertet wird, geht aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht hervor.

Investitionen allein schaffen noch keine betriebliche Resilienz

Die Industrie investiert bereits erheblich in entsprechende Technologien. 62 % der befragten Unternehmen haben laut Studie in Cybersicherheitsplattformen investiert. Bei den Technologieinvestitionen, denen die Unternehmen eine Kapitalrendite zuschreiben, liegt Cybersicherheit auf dem zweiten Rang.

Für industrielle Betreiber ist dabei nicht nur die Abwehr eines Angriffs relevant. Betriebliche Resilienz umfasst auch die Fähigkeit, Auswirkungen eines Vorfalls zu begrenzen, Produktionsabläufe aufrechtzuerhalten und Systeme anschließend kontrolliert wiederherzustellen. Mit zunehmender IT/OT-Konvergenz wird Cybersicherheit damit stärker zu einer gemeinsamen Aufgabe von IT, Automatisierung und Betriebsorganisation.

Fazit

Die Studienergebnisse zeigen, dass Cybersicherheit eng mit der fortschreitenden Vernetzung industrieller Systeme verbunden ist. IT/OT-Konvergenz und KI schaffen neue technische Möglichkeiten, erhöhen aber zugleich die Abhängigkeiten zwischen Systemen. Für Industrieunternehmen rückt deshalb neben präventiven Schutzmaßnahmen die Fähigkeit in den Vordergrund, auf Cybervorfälle vorbereitet zu sein und Produktionsprozesse nach Störungen zuverlässig wiederherzustellen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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