Generic filters
FS Logoi

6G: TU München und TU Dresden erforschen Potenziale gemeinsam

Die Technische Universität München (TUM) und die Technische Universität Dresden erforschen gemeinsam die Potenziale der nächsten Mobilfunkgeneration 6G, die ab 2030 kommerziell verfügbar sein soll.Schon heute erproben und entwickeln Forschende der Technischen Universität München (TUM) und der TU Dresden in den Initiativen 6G-life und 6G Zukunftslabor Bayern die grundlegenden Mechanismen der sechsten Mobilfunkgeneration. Ein Ziel ist es, ein vollständiges Kommunikationssystem mit Komponenten aufzubauen, die nur von deutschen Start-ups stammen.

von | 22.10.24

Prof. Dr. Wolfgang Kellerer (rechts) in einem Labor, in dem die Forschungsgruppe neuartige Verfahren für die Mobilkommunikation der Zukunft für industrielle Robotik-Anwendungen erforscht.
Andreas Heddergott / TUM

Die Technische Universität München (TUM) und die Technische Universität Dresden erforschen gemeinsam die Potenziale der nächsten Mobilfunkgeneration 6G, die ab 2030 kommerziell verfügbar sein soll.Schon heute erproben und entwickeln Forschende der Technischen Universität München (TUM) und der TU Dresden in den Initiativen 6G-life und 6G Zukunftslabor Bayern die grundlegenden Mechanismen der sechsten Mobilfunkgeneration. Ein Ziel ist es, ein vollständiges Kommunikationssystem mit Komponenten aufzubauen, die nur von deutschen Start-ups stammen.

6G rückt den Menschen und seine Kommunikation in den Mittelpunkt

Während bei 5G die Kommunikation zwischen Maschinen im Vordergrund steht, soll bei 6G der Mensch und seine Kommunikation und Interaktion mit Maschinen und virtuellen Welten in den Mittelpunkt rücken. Die Forschenden von TUM und TU Dresden verfolgen vier grundlegende Fragestellungen: Wie wird die Kommunikation noch schneller? Wie können die Privatsphäre geschützt und Angriffe abgewehrt werden? Wie kann die Ausfallsicherheit für kritische Anwendungen in Industrie und Medizin maximiert werden? Und wie wird die Nachhaltigkeit der digitalen Kommunikation erhöht?

Die beiden Projekte 6G-life und 6G Zukunftslabor Bayern sollen sicherstellen, dass Deutschland eine führende Rolle in der Entwicklung der 6G-Technologie spielt. An der TUM sind über 30 Professuren an den Initiativen beteiligt und forschen zu unterschiedlichen zukunftsweisenden Themen:

Digitale Zwillinge

Darum geht es: Digitale Zwillinge bilden bei 6G die Umgebung eines Kommunikationsgeräts in Echtzeit im virtuellen Raum ab.

Darum ist es wichtig: Moderne Anwendungen, wie in der industriellen Automatisierung, der Medizintechnik oder bei autonomen Fahrzeugen, können bei 6G nur mit kontinuierlicher und stabiler Verbindung zuverlässig funktionieren. Für diese ist höchste Ausfallsicherheit eine Grundvoraussetzung.

So funktioniert es: Um höhere Datenraten zu übertragen, werden bei 6G höhere Frequenzen genutzt. Je höher eine Frequenz ist, desto schlechter kann sie Hindernisse wie Wände oder Türen durchdringen. Damit es nicht zu Verzögerungen in der Kommunikation kommt, muss sichergestellt sein, dass das Gerät rechtzeitig von einer Basisstation zur nächsten wechselt. Hier kommt der digitale Zwilling zum Einsatz: Durch die kontinuierliche Erfassung der Umgebung mittels Sensoren, die entweder direkt im Kommunikationsgerät, in den Basisstationen oder in der Umgebung platziert sind, wird ein dynamisch aktualisierter digitaler Zwilling erstellt. Dieser ermöglicht es dem Gerät zu jedem Zeitpunkt, seinen Standort im Raum genau zu bestimmen und situationsabhängig zu entscheiden, wann ein Wechsel zu einer anderen Basisstation vorteilhaft ist.

Abhörsichere und störfreie Übertragung

Darum geht es: Die Übertragung von Daten soll bei 6G störungsfrei funktionieren und gleichzeitig geschützt sein. Die Forschenden untersuchen hierfür die unterste Ebene der Kommunikation zwischen Computern, die sogenannte physikalische Schicht.

Darum ist es wichtig: Neuartige Quantencomputer stellen eine Bedrohung für die existierende Verschlüsselungsverfahren dar. Um eine quantensichere Datenübertragung zu gewährleisten, setzten die Forschenden mithilfe von Security-by-Design direkt auf der physikalischen Schicht an. Damit soll die Zeitverzögerung der Datenübertragung und gleichzeitig den Energieverbrauch minimiert werden.

So funktioniert es: Die Kommunikation zwischen Computern lässt sich durch das OSI-Modell beschreiben. Dieses Modell unterteilt den gesamten Prozess in sieben Schritten, bei denen jede Schicht ihre eigenen Funktionen und Aufgaben erfüllt und eng mit den anderen Schichten verknüpft ist. Die Forschenden setzen an der untersten Ebene an, der sogenannten physikalischen Schicht. Sie sorgt dafür, dass die Bits über physikalische Medien wie Kupferkabel, Glasfasern oder Funkwellen übertragen werden. Die Sicherheit soll durch ein neuartiges modulares Kodierungsverfahren erreicht werden, bei dem eine zusätzliche Sicherheitsschicht künstliches Rauschen zur Nachricht hinzufügt. Dieses führt dazu, dass die Abhörenden keine Informationen über die Nachricht aus ihrem Empfangssignal extrahieren können.

Adaptive Netzplattform für Telediagnostik und Teleüberwachung in der Medizin

Darum geht es: Medizinisches Personal soll mit einer Funkkommunikationsplattform unterstützt werden, die die Patientenüberwachung und Diagnostik aus der Ferne ermöglicht.

Darum ist es wichtig: Diese Plattform soll die Telediagnostik und Teleüberwachung mithilfe von Robotern vereinfachen. Darüber hinaus können Anwendungen aus der Ferne individuell und kontextspezifisch an den Zustand der Patientinnen und Patienten angepasst werden.

So funktioniert es: Medizinische Anwendungen werden aus der Ferne über absolut zuverlässige Funkkommunikation mit minimaler Verzögerung bedient. Die Daten, die dabei zum Beispiel von unterschiedlichen medizinischen Geräten erfasst werden, werden an einer Stelle gesammelt und verarbeitet. Um die Verzögerungen bei der Übertragung möglichst gering zu halten, werden die Daten bereits im Netz aufbereitet. Diese Funktionen im Netz passen sich an die aktuelle Situation automatisch an.

Technologiesouveränität

Darum geht es: Zukünftige Kommunikationsnetze müssen in Zukunft unabhängig von bestimmten Herstellern geplant und betrieben werden können.

Darum ist es wichtig: Gerade bei kritischen Infrastrukturen wie den Kommunikationssystemen ist es besonders wichtig, dass nicht nur das Know-how in der Forschung aufgebaut wird, sondern die gesamte Wertschöpfungskette inklusive Herstellung in Deutschland erfolgen kann.

So funktioniert es: Die Forschenden haben zum einen eine neue Metrik für die Planung von Netzen hinsichtlich Netzsouveränität entwickelt, zum anderen wurde ein vollständiges Ende-zu-Ende-Kommunikationssystem mit Komponenten, die nur von deutschen Start-ups stammen, aufgebaut.

Weitere Informationen zur 6G-Forschung

  • Die 6G-Initiative Bayern steht im Rahmen der Hightech Agenda plus der Bayerischen Staatsregierung. Das Projekt 6G Zukunftslabor Bayern wird gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.
  • Das Projekt 6G-life ist eine gemeinsame Initiative der Technischen Universität Dresden und der TUM.
  • Das Verbundprojekt 6G-life wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Souverän. Digital. Vernetzt.“ unterstützt.

Einen Eindruck über die 6G-Forschungsaktivitäten gibt das nachfolgende Video der TUM:

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Agile Robots übernimmt Automatisierungs-Sparte von thyssenkrupp
Agile Robots übernimmt Automatisierungs-Sparte von thyssenkrupp

Agile Robots hat Assets von thyssenkrupp Automation Engineering in Europa und Nordamerika übernommen. Die bereits im November 2025 angekündigte Transaktion stärkt die Position des Münchener Unternehmens im Bereich KI-gestützter Automatisierungslösungen und soll laut einer Pressemeldung den Zugang zu neuen Märkten sowie zu Partnerschaften mit OEMs erweitern.

mehr lesen
Geringe Cloud-Reife bremst laut Studie KI-Potenziale
Geringe Cloud-Reife bremst laut Studie KI-Potenziale

Der IT- und Technologiedienstleister NTT DATA hat die Studie „Cloud-led innovation in the era of AI: The new rules for driving value with cloud“ veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen, dass lediglich 14 % der befragten Unternehmen einen hohen Reifegrad bei der Cloud-Nutzung erreicht haben – trotz einer Nutzung der Technologie über nahezu zwei Jahrzehnte hinweg.

mehr lesen
Fraunhofer-Projekt will Materialdaten digital und maschinenlesbar verfügbar machen
Fraunhofer-Projekt will Materialdaten digital und maschinenlesbar verfügbar machen

Im Forschungsprojekt Unternehmensübergreifende Materialdaten und Materialsimulation in der Produktion, PMD-X-MAPRO, das vom Bundesforschungsministerium BMFTR gefördert wird, arbeiten Forschung und Wirtschaft daran, Materialdaten digital und maschinenlesbar verfügbar zu machen. Ziel ist es, Informationen über Werkstoff-Eigenschaften und Fertigungsdaten so aufzubereiten, dass sie entlang der gesamten Lieferkette automatisch genutzt und ausgetauscht werden können.

mehr lesen
Smart City Index: Energie- und Wärmeplanung deutsche Großstädte wird digitaler
Smart City Index: Energie- und Wärmeplanung deutsche Großstädte wird digitaler

Ob Künstliche Intelligenz, intelligente Netze oder sogar der digitale Zwilling des Energienetzes: die meisten deutschen Großstädte setzen bei der Energie- und Wärmeplanung auf digitale Technologien. Drei Viertel (76 %) haben solche Lösungen bereits im Einsatz, bei 12 % befinden sie sich gerade in der Einführung und bei 1 % in einer Testphase. Weitere 7 % planen die Nutzung digitaler Technologien rund um Energie und Wärme, nur bei 4 % ist das kein Thema. Das ist nur ein Ergebnis des Studienberichts zum Smart City Index 2025, der bislang unveröffentlichte Detailergebnisse des Digital-Rankings der 83 deutschen Städte ab 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern des Digitalverbands Bitkom enthält.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: