Der NAMUR-Arbeitskreis 3.6.1 hat ein neues Positionspapier zum Einsatz komplexer Systeme der Prozessanalysentechnik (PAT) als Bestandteil von PLT-Sicherheitseinrichtungen veröffentlicht. Das Dokument fasst Erfahrungen und praxisorientierte Hinweise aus Sicht der Anwender zusammen und ordnet diese in den Kontext der NAMUR-Empfehlung NE 146 ein. Das vollständige Dokument steht zum kostenfreien Download bereit.
Hintergrund ist die zunehmende Komplexität verfahrenstechnischer Prozesse in der chemischen und petrochemischen Industrie. Während bislang vor allem etablierte und gut beherrschbare Messverfahren in sicherheitsrelevanten Anwendungen eingesetzt werden, steigt in einzelnen Anwendungsfällen der Bedarf an komplexeren PAT-Methoden, etwa spektroskopischen Verfahren, chromatografischen Analysen oder titrationsbasierten Verfahren.
Neues Positionspapier beschreibt besondere Herausforderungen
Das Positionspapier beschreibt die besonderen Herausforderungen, die sich durch den Einsatz solcher Systeme ergeben. Dazu zählen unter anderem software- und IT-bezogene Fehlerquellen, Anforderungen an Patchmanagement, herstellerspezifische Software sowie die Bewertung applikationsspezifischer Modelle. Gleichzeitig weisen die Autoren auf die erweiterten Diagnosemöglichkeiten moderner PAT-Systeme hin.
Grundsätzlich sieht die NAMUR-Empfehlung NE 146 (Systeme der Prozessanalysentechnik als Teil von PLT-Sicherheitseinrichtungen) keine Einschränkung für den Einsatz komplexer PAT-Systeme in PLT-Sicherheitseinrichtungen vor. In der praktischen Umsetzung können jedoch Schwierigkeiten bei der Bewertung von Fehlerquellen, der Nachweisführung oder der Gestaltung aussagekräftiger Proof-Tests auftreten.
Empfehlungen für die praktische Umsetzung
Zur Unterstützung der Anwender enthält das Papier Empfehlungen für die praktische Umsetzung. Dazu gehören unter anderem die möglichst einfache Auslegung von Messsystemen, der umfassende Einsatz von Diagnosefunktionen, die Nutzung von Watchdog-Konzepten sowie die Berücksichtigung diversitärer Redundanz. Darüber hinaus wird auf die Bedeutung einer vollständigen Qualifizierung des gesamten PAT-Systems einschließlich der eingesetzten Auswertemodelle hingewiesen.
Das Positionspapier richtet sich an Betreiber, Planer und Instandhalter von Prozessanlagen, die komplexe Prozessanalysensysteme in sicherheitsgerichteten Anwendungen einsetzen oder deren Einsatz bewerten. Das vollständige Dokument steht zum kostenlosen Download bereit.
Zum DownloadWeitere Informationen gibt es unter www.namur.net.







