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Digitalisierung: Was Deutschland von Litauen lernen kann

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Autor: Jana Kötter

Digitalisierung: Was Deutschland von Litauen lernen kann
Deutschland kann von Litauen einiges in Sachen Digitalisierung lernen.

Die Digitalisierung ist ein großes Thema. So rückt Litauen jetzt in den Mittelpunkt. Litauen ist eines der führenden Länder in der EU in mehreren Tech-Subsektoren, unter anderem im Bereich der Fintech-Startups. Der Online-Marktplatz Vinted (Kleiderkreisel) wurde das erste Einhorn des Landes. Und mehrere Mobilitäts-Startups wie CityBee, Trafi oder Dancerbus sind hier aktiv. Es gibt einige Dinge, die Deutschland von Litauen lernen könnte, wenn es um die Umsetzung von Technologien geht.

IT-Ausbildung junger Leute stärkt Digitalisierung

Die IT-Ausbildung rückt in Litauen immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses. Schon im jungen Alter werden die Kinder ermutigt, sich mit IT zu beschäftigen. Das Land hat zwei große NGOs, die IT fördern. Eine von ihnen ist die Robotics Academy, die Kindern die Arbeit mit Robotern und das Programmieren beibringt, während “Kompiuteriukų fondas” versucht, den IT-Unterricht in der Schule mit BBC:MicroBit-Mikrocomputern und visueller Programmierung neu zu gestalten. Außerdem ist Litauen in der EU führend in der Hochschulbildung, und die Wahl von IT als Studienfach wird immer beliebter. Die Regierung des Landes setzt sich für eine verstärkte MINT-Ausbildung ein, weshalb Litauen bei der Zusammenarbeit zwischen Universitäten und Unternehmen im Bereich Forschung und Entwicklung den ersten Platz in Mittel- und Osteuropa einnimmt und von Bloomberg auf Platz 2 der weltweiten Rangliste für “tertiäre Effizienz” gesetzt wird. Es ist sowohl für Deutschland als auch für die EU wichtig, dass Deutschland mehr darauf achtet, junge Menschen zu ermutigen, sich für Zukunftsbranchen wie die IT zu entscheiden, da die IT das Herzstück anderer Branchen sein wird, in denen Deutschland führend ist, wie zum Beispiel der Automobilindustrie oder im Maschinenbau.

Digitalisierung führt zu weniger Bürokratie

Laut dem Doing-Business-Bericht der Weltbank ist Litauen auf Rang 11 der Welt, wenn es um die Einfachheit der Gründung und des Unternehmenswachstums geht. Im Vergleich dazu liegt Finnland auf Platz 20, Polen auf Platz 40 und Deutschland auf Platz 22. Die Registrierung eines Unternehmens in Litauen kann nur wenige Tage dauern, das Verfahren zum Ausfüllen von Steuererklärungen wurde kürzlich durch ein neues und stark verbessertes System geändert. Und was noch wichtiger ist, all diese Dinge können aus der Ferne erledigt werden, da die Nutzung der elektronischen Unterschrift im Land über 75% beträgt. Außerdem liegt Litauen auf Platz 4 bei der Registrierung von Eigentum und auf Platz 10 bei der Erteilung von Baugenehmigungen. Deutschland ist bekannt für seine Bürokratie, an die die Deutschen offensichtlich gewöhnt sind, aber in diesem Fall sollten wir öfter “warum” statt “warum nicht?” fragen und die Schaffung von Innovationen im Land für alle zugänglicher machen.

Die digitale Zukunft von Deutschland

Auch wenn sowohl Litauen als auch Deutschland in Bezug auf die Entwicklung der IT und der digitalen Wirtschaft recht gut dastehen, gibt es immer noch viele Dinge, die wir voneinander oder von anderen Ländern lernen könnten. Laut dem Digital Economy and Society Index (DESI) liegen sowohl Litauen als auch Deutschland knapp über dem Durchschnitt der EU-28 in Bezug auf Konnektivität, Nutzung von Internetdiensten und digitalen öffentlichen Dienste. Florian Schröder, geschäftsführender Vorstand der Deutsch-Baltischen Handelskammer in Estland, Lettland, Litauen (AHK): „Litauen ist der Hidden Champion unter den EU-Mitgliedsstaaten und nach wie vor ein Geheimtipp als Geschäfts- und Investitionsstandort. Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Litauen haben sich stetig intensiviert. Ich bin sehr stolz, dass die Deutsch-Baltische Handelskammer in den letzten 25 Jahren ihren Beitrag zu dieser Entwicklung leisten konnte. Ich bin überzeugt, dass diese Entwicklung noch lange nicht am Ende ist und schaue sehr optimistisch in die Zukunft.“

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