Generic filters
FS Logoi

NAMUR-Hauptsitzung 2015 im Zeichen „Smarter Sensoren“

Mit einem neuen Rekord in Sachen Teilnehmerzahl startete am 5. November die 78. Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr: So waren diesmal mehr als 630 Besucher bei dem Branchenevent zugegen. In einerseits familiärem Rahmen, andererseits auf höchstem, fachlichen Niveau wurden die Herausforderungen für die Industrie und damit auch für die Anwender von Automatisierungstechnik diskutiert und angegangen. Mit […]

von | 04.11.20

Mit einem neuen Rekord in Sachen Teilnehmerzahl startete am 5. November die 78. Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr: So waren diesmal mehr als 630 Besucher bei dem Branchenevent zugegen. In einerseits familiärem Rahmen, andererseits auf höchstem, fachlichen Niveau wurden die Herausforderungen für die Industrie und damit auch für die Anwender von Automatisierungstechnik diskutiert und angegangen.
Mit 630 Teilnehmern erreichte die Namur-Hauptsitzung einen neuen Rekord Mit 630 Teilnehmern erreichte die Namur-Hauptsitzung einen neuen Rekord
Krohne-Keynote "Smarte Sensorik - neue Technologien zur Prozessoptimierung“ Dass sich das Familiäre und die Kompetenz nicht ausschließen, sondern sogar bedingen können, wurde beim Vortrag des diesjährigen Namur-Hauptsponsors Krohne aus Duisburg deutlich. Das Familienunternehmen hielt den Keynote-Vortrag zum Leitthema der Veranstaltung "Smarte Sensorik – neue Technologien zur Prozessoptimierung“. In der richtungsweisenden Präsentation wurde deutlich, wieviel Potenzial man bei dem Thema intelligenter Sensorik bei Krohne sieht. Laut Krohne-Geschäftsführer Stefan Neuburger und Michael Rademacher-Dubbick sind rund zehn Prozent der Mitarbeiter in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit tätig. Und so sieht man sich auch nicht mehr als reinen Hersteller von Messsystemen und Sensoren, sondern vor allem als Dienstleister, der intelligente Lösungen anbietet. Eine dieser neuen Lösungen ist z.B. die stoffspezifische Mehrphasen-Durchflussmessung auf Basis der Magnet-Resonanz-Technologie, die Atilla Bilgic, Forschungs- und Entwicklungschef bei Krohne, vorstellte.
Sehen im Bereich der Sensoren großes Potenzial für Industrie 4.0: Krohne-Geschäftsführer Stefan Neuburger (links), Michael Rademacher-Dubbick und Entwicklungschef bei Krohne Attila Bilgic (mitte) Sehen im Bereich der Sensoren großes Potenzial für Industrie 4.0: Krohne-Geschäftsführer Stefan Neuburger (links), Michael Rademacher-Dubbick und Entwicklungschef bei Krohne Attila Bilgic (mitte)
Der Eröffnungsvortrag bildete dann im Verlauf sozusagen den Nährboden für die weiteren Vorträge, die sich mit dem Zusammenspiel von „Sensorik und Aktorik bei der Prozesssteuerung“ auseinandersetzten, wie Wilhelm Otten, Vorsitzender der Namur bei der Eröffnung der Hauptsitzung feststellte. So sei die Sensorik ein äußerst wichtiger Ansatzpunkt, um Prozesse effizienter zu gestalten und die Wertschöpfung voranzutreiben. Roadmap Prozesssensoren 4.0 Wie hier die Entwicklung zu bewerten ist, und welche Herausforderungen noch bevorstehen, stellte anschließend Michael Maiwald von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung mit der neuen „Roadmap Prozesssensoren 4.0“ vor. Zwar hat „vieles aus der Roadmap 2015+, dem Vorgänger, auch heute noch Bestand; auch von der zeitlichen Einschätzung waren wir nicht schlecht“, so Maiwald, doch legt die aktuelle Roadmap besonderen Wert auf die „smarten“ Eigenschaften bei Sensoren:
  • Konnektivität und Kommunikationsfähigkeit nach einem einheitlichen Protokoll
  • Instandhaltungs- und Betriebsfunktionen
  • Traceability und Compliance
  • Virtuelle Beschreibung zur Unterstützung eines durchgehenden Engineering
  • Interaktionsfähigkeit und Bi-Direktionalität.
Allerdings ist dies keineswegs nur noch reine Zukunftsmusik. Auch heute schon finden sich viele der smarten Eigenschaften in den Anlagen wieder. Erst mit der kompletten „Überführung“ dieser Eigenschaften mit Industrie 4.0 kann der volle Umfang der neuen Funktionalitäten genutzt werden. Wirklich smarte Sensoren stellen dann wiederum ihre Dienste und Funktionen innerhalb eines Netzwerkes bereit.
Namur-Vorstand Dr. Matthias Fankhänel (links) zeichnete Dr. Lars Christiansen (mitte) und Dr. David Müller (rechts) mit dem Namur-Award für ihre besonderen Forschungsleistungen aus Namur-Vorstand Dr. Matthias Fankhänel (links) zeichnete Dr. Lars Christiansen (mitte) und Dr. David Müller (rechts) mit dem Namur-Award für ihre besonderen Forschungsleistungen aus
Innovationstreiber Industrie 4.0 Parallel zu den Vorträgen von Krohne, Dr. Armin Brucker und Oliver Weigel (beide BASF), Tobias Schlichtmann (Maintenance, Instandhaltung, BASF) und Maiwald, zog sich die Frage nach der sicheren Übermittlung der neu gewonnen Daten durch Sensorik und Condition Monitoring wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Einheitliche Kommunikation über einheitliche Systeme? Ausbau der Ethernet-Technologie oder dezentrale Wireless-Netzwerke mit allen Vor- und Nachteilen? Und so stellt Dr. Thomas Tauchnitz, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und Vorstandsmitglied der Namur am Abend zusammenfassend fest, dass nach jahrelangem scheinbarem Stillstand die Branche nun gewaltig in Bewegung kommt. Industrie 4.0 funktioniert jetzt als Katalysator der Innovationsbereitschaft voraussetzt, auch im Umgang mit Bestandsanlagen. Neben den Vorträgen im Plenum gab es ein großes Angebot an Workshops mit hohem Praxisbezug. So gab es interessante Einblicke in die Entwicklungen bei Krohne, einen Workshop zum Thema OPC-UA und FDI, spannende Diskussionen um die sogenannten Softsensoren für die gehobene Prozessführung und eine Einführung zu einem neuen Projekt, dem Namur.smart. Wie weit die Themen und Fragestellungen in der Industrie und vor allem bei den Herstellern aufgenommen werden, zeigt sich spätestens auf der Namur-Hauptsitzung im nächsten Jahr oder in neuen Projekten, die im Rahmen der Veranstaltung traditionell mit den Namur-Awards ausgezeichnet werden. Thema der Sitzung 2016, am 10. und 11. November, sind dann „Lösungen zur Optimierung in der globalen Prozessindustrie“. Sponsor wird Yokogawa sein.

Mit einem neuen Rekord in Sachen Teilnehmerzahl startete am 5. November die 78. Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr: So waren diesmal mehr als 630 Besucher bei dem Branchenevent zugegen. In einerseits familiärem Rahmen, andererseits auf höchstem, fachlichen Niveau wurden die Herausforderungen für die Industrie und damit auch für die Anwender von Automatisierungstechnik diskutiert und angegangen.

Mit 630 Teilnehmern erreichte die Namur-Hauptsitzung einen neuen Rekord Mit 630 Teilnehmern erreichte die Namur-Hauptsitzung einen neuen Rekord

Krohne-Keynote „Smarte Sensorik – neue Technologien zur Prozessoptimierung“
Dass sich das Familiäre und die Kompetenz nicht ausschließen, sondern sogar bedingen können, wurde beim Vortrag des diesjährigen Namur-Hauptsponsors Krohne aus Duisburg deutlich. Das Familienunternehmen hielt den Keynote-Vortrag zum Leitthema der Veranstaltung „Smarte Sensorik – neue Technologien zur Prozessoptimierung“. In der richtungsweisenden Präsentation wurde deutlich, wieviel Potenzial man bei dem Thema intelligenter Sensorik bei Krohne sieht. Laut Krohne-Geschäftsführer Stefan Neuburger und Michael Rademacher-Dubbick sind rund zehn Prozent der Mitarbeiter in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit tätig. Und so sieht man sich auch nicht mehr als reinen Hersteller von Messsystemen und Sensoren, sondern vor allem als Dienstleister, der intelligente Lösungen anbietet.
Eine dieser neuen Lösungen ist z.B. die stoffspezifische Mehrphasen-Durchflussmessung auf Basis der Magnet-Resonanz-Technologie, die Atilla Bilgic, Forschungs- und Entwicklungschef bei Krohne, vorstellte.

Sehen im Bereich der Sensoren großes Potenzial für Industrie 4.0: Krohne-Geschäftsführer Stefan Neuburger (links), Michael Rademacher-Dubbick und Entwicklungschef bei Krohne Attila Bilgic (mitte) Sehen im Bereich der Sensoren großes Potenzial für Industrie 4.0: Krohne-Geschäftsführer Stefan Neuburger (links), Michael Rademacher-Dubbick und Entwicklungschef bei Krohne Attila Bilgic (mitte)

Der Eröffnungsvortrag bildete dann im Verlauf sozusagen den Nährboden für die weiteren Vorträge, die sich mit dem Zusammenspiel von „Sensorik und Aktorik bei der Prozesssteuerung“ auseinandersetzten, wie Wilhelm Otten, Vorsitzender der Namur bei der Eröffnung der Hauptsitzung feststellte. So sei die Sensorik ein äußerst wichtiger Ansatzpunkt, um Prozesse effizienter zu gestalten und die Wertschöpfung voranzutreiben.
Roadmap Prozesssensoren 4.0
Wie hier die Entwicklung zu bewerten ist, und welche Herausforderungen noch bevorstehen, stellte anschließend Michael Maiwald von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung mit der neuen „Roadmap Prozesssensoren 4.0“ vor. Zwar hat „vieles aus der Roadmap 2015+, dem Vorgänger, auch heute noch Bestand; auch von der zeitlichen Einschätzung waren wir nicht schlecht“, so Maiwald, doch legt die aktuelle Roadmap besonderen Wert auf die „smarten“ Eigenschaften bei Sensoren:

  • Konnektivität und Kommunikationsfähigkeit nach einem einheitlichen Protokoll
  • Instandhaltungs- und Betriebsfunktionen
  • Traceability und Compliance
  • Virtuelle Beschreibung zur Unterstützung eines durchgehenden Engineering
  • Interaktionsfähigkeit und Bi-Direktionalität.

Allerdings ist dies keineswegs nur noch reine Zukunftsmusik. Auch heute schon finden sich viele der smarten Eigenschaften in den Anlagen wieder. Erst mit der kompletten „Überführung“ dieser Eigenschaften mit Industrie 4.0 kann der volle Umfang der neuen Funktionalitäten genutzt werden. Wirklich smarte Sensoren stellen dann wiederum ihre Dienste und Funktionen innerhalb eines Netzwerkes bereit.

Namur-Vorstand Dr. Matthias Fankhänel (links) zeichnete Dr. Lars Christiansen (mitte) und Dr. David Müller (rechts) mit dem Namur-Award für ihre besonderen Forschungsleistungen aus Namur-Vorstand Dr. Matthias Fankhänel (links) zeichnete Dr. Lars Christiansen (mitte) und Dr. David Müller (rechts) mit dem Namur-Award für ihre besonderen Forschungsleistungen aus

Innovationstreiber Industrie 4.0
Parallel zu den Vorträgen von Krohne, Dr. Armin Brucker und Oliver Weigel (beide BASF), Tobias Schlichtmann (Maintenance, Instandhaltung, BASF) und Maiwald, zog sich die Frage nach der sicheren Übermittlung der neu gewonnen Daten durch Sensorik und Condition Monitoring wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung. Einheitliche Kommunikation über einheitliche Systeme? Ausbau der Ethernet-Technologie oder dezentrale Wireless-Netzwerke mit allen Vor- und Nachteilen?
Und so stellt Dr. Thomas Tauchnitz, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH und Vorstandsmitglied der Namur am Abend zusammenfassend fest, dass nach jahrelangem scheinbarem Stillstand die Branche nun gewaltig in Bewegung kommt. Industrie 4.0 funktioniert jetzt als Katalysator der Innovationsbereitschaft voraussetzt, auch im Umgang mit Bestandsanlagen.
Neben den Vorträgen im Plenum gab es ein großes Angebot an Workshops mit hohem Praxisbezug. So gab es interessante Einblicke in die Entwicklungen bei Krohne, einen Workshop zum Thema OPC-UA und FDI, spannende Diskussionen um die sogenannten Softsensoren für die gehobene Prozessführung und eine Einführung zu einem neuen Projekt, dem Namur.smart.
Wie weit die Themen und Fragestellungen in der Industrie und vor allem bei den Herstellern aufgenommen werden, zeigt sich spätestens auf der Namur-Hauptsitzung im nächsten Jahr oder in neuen Projekten, die im Rahmen der Veranstaltung traditionell mit den Namur-Awards ausgezeichnet werden.
Thema der Sitzung 2016, am 10. und 11. November, sind dann „Lösungen zur Optimierung in der globalen Prozessindustrie“. Sponsor wird Yokogawa sein.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

KI: Qualifizierung und Re-Skilling laut VDI-Studie entscheidend
KI: Qualifizierung und Re-Skilling laut VDI-Studie entscheidend

Deutschland steht vor einer strukturellen Paradoxie: Während in einzelnen Industriezweigen Stellen abgebaut werden, fehlen in anderen Bereichen Ingenieurinnen und Ingenieure. Technologische Sprünge – insbesondere getrieben durch Künstliche Intelligenz – verändern Kompetenzprofile rasant. Gleichzeitig verschärfen demografischer Wandel und internationaler Wettbewerbsdruck den Fachkräftemangel. Eine aktuelle VDI-Studie zeigt, dass Qualifizierung und Re-Skilling in technischen Berufen keine Randthemen sind, sondern ein Schlüssel, um Fachkräfte gezielt in neue Aufgaben zu bringen.

mehr lesen
SECURITY UNTER KONTROLLE: Jetzt die letzten Tickets sichern!
SECURITY UNTER KONTROLLE: Jetzt die letzten Tickets sichern!

In knapp zwei Wochen dreht sich im Landschaftspark Duisburg-Nord am 17. und 18 März alles um die OT-Security. Dort findet die nächste Ausgabe von SECURITY UNTER KONTROLLE im Gebläsehallenkomplex statt und wird zum dritten Mal die Cybersicherheit der Operational Technology in den Fokus rücken. Der Kongress ist mit mehr als 170 Teilnehmenden fast ausverkauft, Kurzentschlossene müssen schnell sein, wenn sie sich noch Tickets sichern möchten.

mehr lesen
Fraunhofer IPMS und koreanisches TSN Lab arbeiten an neuen Echtzeitlösungen
Fraunhofer IPMS und koreanisches TSN Lab arbeiten an neuen Echtzeitlösungen

Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS arbeitet mit dem koreanischen TSN Lab im Rahmen des Förderprogramms „Global Cooperative R&D“ an neuen Echtzeitlösungen. Ziel ist die Entwicklung einer nächsten Generation von 10Base-T1S-IP-Cores für Automotive- und industrielle Kommunikationsanwendungen, um den wachsenden Bedarf an skalierbaren und kosteneffizienten Netzwerkinfrastrukturen zu adressieren. Das Förderprogramm wird vom koreanischen Ministry of SMEs and Startups (MSS) organisiert und von der Korea Technology and Information Promotion Agency for SMEs (TIPA) unterstützt.

mehr lesen
AAS: Neuer Praxisleitfaden beschreibt den Weg zur Maschinen-AAS
AAS: Neuer Praxisleitfaden beschreibt den Weg zur Maschinen-AAS

Das neue Whitepaper „AAS in der Antriebstechnik – Praxisleitfaden für den Maschinen- und Anlagenbau“ des ZVEI-Fachbereich Elektrische Antriebe zeigt, wie die Asset Administration Shell (AAS) als international standardisierter digitaler Zwilling die Grundlage für effiziente Prozesse und neue Wertschöpfung schafft. Das Dokument weist außerdem den Weg zur vollständigen Maschinen-AAS.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03