Hannover | Am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover (PZH) steht Wissenschaftlern ein Messplatz für die Forschung an neuartigen flächigen Lichtwellenleitern zur Verfügung.
Um beim klassischen Glasfaserkabel die Dämpfung, das heißt den Lichtverlust pro Strecke, zu messen, wird an beiden Enden des Kabels ein Messadapter aufgeschraubt. An einer Standardstation wird dann gemessen, wie viel des hineingeschickten Lichts unterwegs verlorengeht. Die Lichtwellenleiter, die am Institut für Transport- und Automatisierungstechnik (ITA) am PZH entwickelt werden, lassen sich aber nirgends aufschrauben und auch nicht wie ein Kabel aufwickeln. Sie werden vielmehr als Polymerstrang per Kanüle auf beliebig geformte Flächen appliziert oder mit einer umgerüsteten Offset-Druckmaschine auf große Folien gedruckt.
Das Spektrum möglicher Anwendungen der neuen Lichtwellenleiter ist groß. Eine Voraussetzung ist, dass ihre Eigenschaften verlässlich messbar sind. Daher haben die beiden Ingenieurwissenschaftler Michael Dumke und Tim Wolfer vom ITA jetzt eine neue Messstation mitentwickelt. Basierend auf ihren Anforderungen und ihrer Konstruktion hat der Industriepartner TSO Thalheim Spezialoptik eine neuartige Station gebaut. „Ein Hexapod sorgt dafür, dass der Lichtwellenleiter, egal ob er auf einer Folie oder einer dreidimensionalen Fläche verläuft, mikrometergenau platziert wird und wir können, während wir Licht in den Wellenleiter einkoppeln, gleichzeitig dessen Querschnitt über ein Mikroskop perfekt justieren“.
Finanziert wurde die Messstation mit zehn Millionen Euro aus dem Sonderforschungsbereich/Transregios Plan OS, der seit 2013 am ITA angesiedelt ist. Tim Wolfer arbeitet bei PlanOS mit und nutzt bereits den neuen Messplatz. „Wir sind noch bei den Grundlagen, aber man kann sich zum Beispiel vorstellen, dass diese Folien, die mit ihren Lichtwellenleitern Druck, Dehnung, Temperatur oder auch Feuchtigkeit auf optischem Wege registrieren, später genutzt werden, um die Temperatur von Batterien in Elektroautos oder den Zustand von Flugzeugtragflächen zu überwachen. Der Messplatz ist sozusagen unser Auge in diese Welt der künftigen Lichtwellenleiter.“ pzh-hannover.de
Halbleiterversorgung: TU München stellt EU-weit ersten 7-Nanometer-Chip her
An der TU München (TUM) ist der EU-weit erste KI-Chip mit moderner 7-Nanometer-Technologie entstanden. Prof. Hussam Amrouch entwickelte den neuromorphen Chip auf Grundlage des Standards des weltweit führenden Chip-Produzenten TSMC. Künftig will der Professor für KI-Prozessor-Design zusammen mit seiner Forschungsgruppe jährlich mindestens drei neue Designs entwerfen, die ab 2028 von der European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) in Dresden gefertigt werden sollen.






