Frankfurt am Main | Der Johann-Philipp-Reis-Preis 2013 für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Nachrichtentechnik geht zu gleichen Teilen an die Ingenieure Dr. Bernd Geiser von Javox Solutions, Aachen, und Dr. Rafael Schaefer von der Technischen Universität München. Die beiden Wissenschaftler haben sich in ihren Arbeiten mit der Optimierung von Sprachqualität und Datensicherheit bei Telefonaten beschäftigt.
Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit insgesamt 10 000 Euro dotiert. Die Vergabe des Preises erfolgt durch den VDE und die Deutsche Telekom sowie die hessischen Städte Friedrichsdorf und Gelnhausen. Die Verleihung erfolgt am 25. November 2013 in Gelnhausen.
Dr. Bernd Geiser (35) entwickelte in seiner Doktorarbeit unter anderem einen Weg, die Bandbreiten von Sprach- und Audiosignalen beim Telefonieren über Internet (Voice over IP, VoIP) zu erweitern. Eine andere von Geiser vorgestellte Methode erlaubt es, ein Mobilfunknetz von der derzeit genutzten Schmalbandsprache auf Breitband umzustellen. Im Kern geht es darum, bestimmte Daten besser zu codieren und so die Qualität der Übertragung zu verbessern. Mithilfe neuer Endgeräte wird damit Telefonieren in HD-Qualität möglich.
Dr. Rafael Schaefer (31) entwickelte in drei Arbeiten Übertragungsverfahren für die abhörsichere Kommunikation in drahtlosen Netzwerken wie dem Mobilfunk. Er bewies unter anderem mithilfe eines speziellen Sicherheitskriteriums, dass die vertrauliche Nachricht beweisbar sicher vor Abhörern ist. Außerdem zeigte Schaefer auf, wie sichere und öffentliche Nachrichten so effizient wie möglich gleichzeitig übertragen werden können und sich ein Kapazitätsproblem in bestimmten Kommunikationskanälen lösen lässt.
Die seit 1986 regelmäßig ausgeschriebene Auszeichnung erinnert an den Physiker Johann Philipp Reis, der 1861 in Frankfurt am Main das „Telephon“ vorstellte. Ausgewählt werden die Preisträger von der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (VDE|ITG). vde.com
Grünes Licht für Industriestrompreis aus Brüssel
Die EU-Kommission hat den deutschen Industriestrompreis genehmigt und damit den beihilferechtlichen Rahmen für Entlastungen stromintensiver Unternehmen geschaffen. Das Fördervolumen beträgt 3,8 Milliarden Euro, die Regelung gilt für den Zeitraum von 2026 bis 2028. Ziel ist es, besonders energieintensive Branchen im internationalen Wettbewerb zu stabilisieren und Produktionsverlagerungen zu vermeiden. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisierte die Entlastung als zu gering.








