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77. Namur-Hauptsitzung: Schwerpunkt „Dezentrale Intelligenz“

Bad Neuenahr | Mit 570 Teilnehmern fand am 6. und 7. November 2014 die 77. Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr statt, eine der bedeutendsten jährlichen Veranstaltungen in der Prozessindustrie. Leitthema der Tagung war „Dezentrale Intelligenz – Neue Wege in der Prozessautomatisierung“. „Dezentrale Intelligenz – Neue Wege in der Prozessautomatisierung“ war das Leitthema der 77. Namur-Hauptsitzung in […]

von | 04.11.20

Bad Neuenahr | Mit 570 Teilnehmern fand am 6. und 7. November 2014 die 77. Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr statt, eine der bedeutendsten jährlichen Veranstaltungen in der Prozessindustrie. Leitthema der Tagung war „Dezentrale Intelligenz – Neue Wege in der Prozessautomatisierung“.
„Dezentrale Intelligenz – Neue Wege in der Prozessautomatisierung“ war das Leitthema der 77. Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr. Bild: Namur „Dezentrale Intelligenz – Neue Wege in der Prozessautomatisierung“ war das Leitthema der 77. Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr. Bild: Namur
Die Wago Kontakttechnik GmbH & Co. KG, Sponsor des Events, präsentierte mit DIMA (dezentrale Intelligenz modularer Anlagen) ein neues Konzept für die Prozessautomatisierung der Zukunft. Einen deutlichen Fingerzeig an die Anforderungen von Industrie 4.0 zur wirtschaftlicheren Produktion individueller Mengen mit untereinander vernetzten Teilmodulen gaben Sven Hohorst, Ulrich Hempen und Dr. Thomas Albers von Wago in ihrem Vortrag „Dezentrale Intelligenz - Neue Wege in der Prozessautomatisierung“. „Nichts ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“, unterstrich Sven Hohorst, geschäftsführender Gesellschafter bei Wago, die Bedeutung des Konzeptes Dima für die Branche, das auf der Namur-Hauptsitzung vorgestellt wurde. Hauptbestandteile des neuen Modells, das Wago in enger Abstimmung mit der Namur und der Empfehlung NE 148 entwickelt hat, sind das Engineering, die digitale Beschreibung von Prozessmodulen sowie eine offene, herstellerunabhängige Systemkommunikation und Schnittstellenarchitektur zur Automatisierung von Prozessanlagen mit dezentraler Automatisierung und Package Units. Bisher werden gesamte Anlagen mit Hilfe von Prozessleitsystemen automatisiert. Die Kommunikation innerhalb der Prozessleitsysteme zwischen der Bedienebene, den Controllern und den prozessnahen Komponenten erfolgt über systemspezifische Busprotokolle. Zwar basieren diese auf Standardkommunikationsprotokollen, haben jedoch herstellerspezifische Definitionen für die Applikationsebene und verhindern so eine offene Kommunikation. Damit zeigt das bisherige Konzept starrer Prozessanlagen zunehmend Schwächen, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Volatilitäten der Absatzmärkte und immer kürzerer Produktlebenszyklen. Gleichzeitig werden ein geringerer Zeitaufwand zwischen Planung und Inbetriebnahme sowie sinkende Kosten bei der Anpassung an individuelle Produktionsmengen für Anlagenbetreiber immer mehr zu kritischen Faktoren. „Um den Marktanforderungen nach Schnelligkeit, Flexibilität und wirtschaftlicher Größenanpassung zu entsprechen, bedarf es modularer Automatisierungssysteme mit offenen, standardisierten Schnittstellen“, erklärt Dr. Thomas Albers, Geschäftsleiter Automation bei Wago. „Nur so kann die Automatisierung der steigenden Flexibilität von zunehmend modular aufgebauten Prozessanlagen gerecht werden.“ Das neue Konzept Dima soll diese Anforderungen erfüllen und bildet sich auf einer Anlagenstruktur mit einzelnen Modulen ab. Die einzelnen Module der Prozessanlage sind autarke Einheiten, die durch ihre implementierte Automationseinheit den eigenen Prozess vollständig abarbeiten. Die Schnittstelle der Module zur überlagerten Leitebene basiert auf neutral beschriebenen Diensten. Als Basis für Dima hat Wago gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg eine Beschreibungssystematik (Modul Type Package, MTP) entwickelt. Wago erklärte sich bereit, das Konzept Dima zur Nutzung und Weiterentwicklung zur Verfügung zu stellen. Das neue Konzept kann sowohl mit dem neuen Engineeringsystem e-Cockpit von Wago, als auch mit anderen Engineeringsystemen genutzt werden. Neben dieser wegweisenden Präsentation zeigten zahlreiche weitere Fachvorträge auf der Namur-Hauptsitzung neue Trends der Automatisierungstechnik in der Prozessindustrie auf. Dr. Thomas Tauchnitz von Sanofi Deutschland etwa führte in das Thema zentrale und dezentrale Intelligenz ein und lieferte einen Statusbericht zum Thema „Standardisierung des Datenaustauschs zwischen CAE und PLS“. Andreas Schadt, SpiraTec AG, beleuchtete die „Herausforderung: Steuerung modularer Prozesstechnologie“, Michael Krauß, BASF SE, sprach über „Konsequenzen verteilter Intelligenz – Spannungsfeld Automatisierung, IT und Industrie 4.0“ und Thomas Steckenreiter warf mit „Smarte Sensoren – was wird möglich?“ einen Blick in die Zukunft. Zudem wurden in zahlreichen Workshops aktuelle Themen aus den Namur Arbeitskreisen wie etwa Security, Assistenzsysteme, Sensorik oder Antriebstechnik diskutiert. Auf der Namur-Mitgliederversammlung im Vorfeld der Hauptsitzung wurden die bisherigen Vorstände Dr. Wilhelm Otten (Vorsitz), Dr. Matthias Fankhänel (stellv.), Dr. Thomas Steckenreiter, Dr. Thomas Tauchnitz und Dr. Herbert Maier für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Die nächste Namur-Hauptsitzung mit dem Sponsor Krohne Messtechnik findet am 5. und 6. November 2015 im Dorint Parkhotel Bad Neuenahr statt und widmet sich dem Thema „Smarte Sensorik für zukünftige Anwendungen“. www.namur.net

Bad Neuenahr | Mit 570 Teilnehmern fand am 6. und 7. November 2014 die 77. Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr statt, eine der bedeutendsten jährlichen Veranstaltungen in der Prozessindustrie. Leitthema der Tagung war „Dezentrale Intelligenz – Neue Wege in der Prozessautomatisierung“.

„Dezentrale Intelligenz – Neue Wege in der Prozessautomatisierung“ war das Leitthema der 77. Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr. Bild: Namur „Dezentrale Intelligenz – Neue Wege in der Prozessautomatisierung“ war das Leitthema der 77. Namur-Hauptsitzung in Bad Neuenahr. Bild: Namur

Die Wago Kontakttechnik GmbH & Co. KG, Sponsor des Events, präsentierte mit DIMA (dezentrale Intelligenz modularer Anlagen) ein neues Konzept für die Prozessautomatisierung der Zukunft.
Einen deutlichen Fingerzeig an die Anforderungen von Industrie 4.0 zur wirtschaftlicheren Produktion individueller Mengen mit untereinander vernetzten Teilmodulen gaben Sven Hohorst, Ulrich Hempen und Dr. Thomas Albers von Wago in ihrem Vortrag „Dezentrale Intelligenz – Neue Wege in der Prozessautomatisierung“. „Nichts ist so mächtig, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“, unterstrich Sven Hohorst, geschäftsführender Gesellschafter bei Wago, die Bedeutung des Konzeptes Dima für die Branche, das auf der Namur-Hauptsitzung vorgestellt wurde.
Hauptbestandteile des neuen Modells, das Wago in enger Abstimmung mit der Namur und der Empfehlung NE 148 entwickelt hat, sind das Engineering, die digitale Beschreibung von Prozessmodulen sowie eine offene, herstellerunabhängige Systemkommunikation und Schnittstellenarchitektur zur Automatisierung von Prozessanlagen mit dezentraler Automatisierung und Package Units.
Bisher werden gesamte Anlagen mit Hilfe von Prozessleitsystemen automatisiert. Die Kommunikation innerhalb der Prozessleitsysteme zwischen der Bedienebene, den Controllern und den prozessnahen Komponenten erfolgt über systemspezifische Busprotokolle. Zwar basieren diese auf Standardkommunikationsprotokollen, haben jedoch herstellerspezifische Definitionen für die Applikationsebene und verhindern so eine offene Kommunikation.
Damit zeigt das bisherige Konzept starrer Prozessanlagen zunehmend Schwächen, insbesondere vor dem Hintergrund steigender Volatilitäten der Absatzmärkte und immer kürzerer Produktlebenszyklen. Gleichzeitig werden ein geringerer Zeitaufwand zwischen Planung und Inbetriebnahme sowie sinkende Kosten bei der Anpassung an individuelle Produktionsmengen für Anlagenbetreiber immer mehr zu kritischen Faktoren.
„Um den Marktanforderungen nach Schnelligkeit, Flexibilität und wirtschaftlicher Größenanpassung zu entsprechen, bedarf es modularer Automatisierungssysteme mit offenen, standardisierten Schnittstellen“, erklärt Dr. Thomas Albers, Geschäftsleiter Automation bei Wago. „Nur so kann die Automatisierung der steigenden Flexibilität von zunehmend modular aufgebauten Prozessanlagen gerecht werden.“
Das neue Konzept Dima soll diese Anforderungen erfüllen und bildet sich auf einer Anlagenstruktur mit einzelnen Modulen ab. Die einzelnen Module der Prozessanlage sind autarke Einheiten, die durch ihre implementierte Automationseinheit den eigenen Prozess vollständig abarbeiten. Die Schnittstelle der Module zur überlagerten Leitebene basiert auf neutral beschriebenen Diensten.
Als Basis für Dima hat Wago gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden und der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg eine Beschreibungssystematik (Modul Type Package, MTP) entwickelt. Wago erklärte sich bereit, das Konzept Dima zur Nutzung und Weiterentwicklung zur Verfügung zu stellen.
Das neue Konzept kann sowohl mit dem neuen Engineeringsystem e-Cockpit von Wago, als auch mit anderen Engineeringsystemen genutzt werden. Neben dieser wegweisenden Präsentation zeigten zahlreiche weitere Fachvorträge auf der Namur-Hauptsitzung neue Trends der Automatisierungstechnik in der Prozessindustrie auf.
Dr. Thomas Tauchnitz von Sanofi Deutschland etwa führte in das Thema zentrale und dezentrale Intelligenz ein und lieferte einen Statusbericht zum Thema „Standardisierung des Datenaustauschs zwischen CAE und PLS“. Andreas Schadt, SpiraTec AG, beleuchtete die „Herausforderung: Steuerung modularer Prozesstechnologie“, Michael Krauß, BASF SE, sprach über „Konsequenzen verteilter Intelligenz – Spannungsfeld Automatisierung, IT und Industrie 4.0“ und Thomas Steckenreiter warf mit „Smarte Sensoren – was wird möglich?“ einen Blick in die Zukunft.
Zudem wurden in zahlreichen Workshops aktuelle Themen aus den Namur Arbeitskreisen wie etwa Security, Assistenzsysteme, Sensorik oder Antriebstechnik diskutiert. Auf der Namur-Mitgliederversammlung im Vorfeld der Hauptsitzung wurden die bisherigen Vorstände Dr. Wilhelm Otten (Vorsitz), Dr. Matthias Fankhänel (stellv.), Dr. Thomas Steckenreiter, Dr. Thomas Tauchnitz und Dr. Herbert Maier für weitere vier Jahre im Amt bestätigt.
Die nächste Namur-Hauptsitzung mit dem Sponsor Krohne Messtechnik findet am 5. und 6. November 2015 im Dorint Parkhotel Bad Neuenahr statt und widmet sich dem Thema „Smarte Sensorik für zukünftige Anwendungen“.
www.namur.net

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